Gesundheits-Pass Diabetes

Gesundheits-Pass Diabetes

Ärzte und Patienten können den neuen Gesundheits-Pass Diabetes gegen einen Unkostenbeitrag unter folgender Rufnummer bestellen:  +49 711 6672 1483 (Kirchheim-Verlag) oder unter www.kirchheim-shop.de.

Informationen rund um den Gesundheits-Pass Diabetes

Seit wann gibt es den Pass?

Den Gesundheits-Pass Diabetes gibt es seit Juni 1994. Er wurde damals vom Ausschuss „Qualitätssicherung der Deutschen Diabetes Gesellschaft“ (heute Ausschuss „Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung (QSW) der Deutschen Diabetes Gesellschaft“ und dem Deutschen Diabetiker-Bund “ (heute statt dessen „diabetesDE Deutsche Diabetes Hilfe“) zusammen mit der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) und dem Diab-Care-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt. Der QSW ist noch heute für die Inhalte und Aktualisierungen des Gesundheits-Pass Diabetes verantwortlich.

Warum jetzt die Neuauflage?

Der Gesundheit-Pass wird in regelmäßigen Abständen (ca. alle 3 Jahre) vom Ausschuss „Qualität, Schulung und Weiterbildung (QSW) der Deutschen Diabetes Gesellschaft“ überprüft und aktualisiert.

Was ist neu/anders?

In dieser Neuauflage wurden vier Sachverhalte verändert:

a) Entsprechend der STIKO-Empfehlungen zur Grippeschutzimpfung bei Diabetespatienten wurde das Feld „Grippeschutzimpfung“ in den Pass mitaufzunehmen. Jährlich soll von dem Inhaber des Passes und dem Diabetesteam überprüft werden, ob dieses Ziel auch umgesetzt wurde.

b) Das Feld „Technische Untersuchungen“ wurde präzisiert und als Beispiel - auch wegen der zunehmenden Anzahl von Menschen mit einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD) - die Untersuchung der Lebersonografie neu mit hinzugenommen, um diese Erkrankung frühzeitig zu diagnostizieren. Das Feld lautet jetzt: Techn. Untersuchungen (z. B. Lebersonographie (a), EKG (b), Langzeit-RR (c)

c) Die Felder für die Untersuchungsart wurden vergrößert, um das Ausfüllen zu vereinfachen.

d) Die überarbeitete Neuauflage des Gesundheits-Passes Diabetes erscheint erstmals auch in englischer, arabischer und russischer Sprache, zudem wurde die bislang bereits verfügbare Version in Türkisch überarbeitet.

Wichtig: Wie viele Diabetespatienten haben Ihrer Schätzung nach einen solchen Pass?

Der Deutschen Diabetes Gesellschaft liegen keine belastbaren Daten über die Verbreitung des Gesundheits-Passes Diabetes vor. Schätzungsweise dürften in diesem langen Zeitraum mehrere Millionen Exemplare des Gesundheits-Passes Diabetes bestellt worden sein.

Warum sollte ihn jeder Diabetespatient haben? Wie nutzt man ihn richtig?

Es ist empfehlenswert, dass jeder Mensch mit Diabetes einen Gesundheits-Pass Diabetes hat. An der Grundidee des Gesundheits-Pass Diabetes hat sich in all den Jahren nichts geändert: Er soll Patienten an die wichtigsten Untersuchungen zur Verhinderung von Folgeerkrankungen erinnern und Patienten und Behandler einen Überblick über die Ergebnisse geben – nicht nur aktuell, sondern auch im Verlauf der letzten Jahre. In den Pass werden die Ergebnisse der empfohlenen Untersuchungen eingetragen, die einmal im Quartal oder einmal im Jahr (Augenarzt in der Regel alle 2 Jahre) anfallen. Einmal im Jahr wird der Patient aufgefordert, einen kurzen Fragebogen mit 5 Fragen (WHO-5-Fragebogen) auszufüllen, in dem nach dem Wohlbefinden gefragt wird und ein Screening auf Depressionen erfolgt, da diese bei Diabetespatienten etwa doppelt so häufig vorkommen, wie bei Menschen ohne Diabetes. Der Pass enthält 12 Seiten, in die die Untersuchungsergebnisse quartalsweise eingetragen werden sollen (er ist somit für die Erfassung der Werte von 6 Jahren geeigent). Die verschiedenen Untersuchungen werden dem Inhaber des Gesundheits-Passes Diabetes erläutert. In den Pass werden auch die zwischen dem Arzt und dem Patienten vereinbarten Behandlungsziele eingetragen – beim nächsten Arztbesuch soll dann gemeinsam mit dem Arzt, dem Diabetesteam besprochen werden, ob die vereinbarten Ziele auch erreicht wurden bzw. was möglicherweise Gründe dafür sein könnten, warum dies nicht der Fall war. Auf der anderen Seite soll der Gesundheits-Pass auch die Kommunikation mit dem Arzt und anderen Ärzten verbessern. Im Gesundheits-Pass sind die wichtigsten Daten zum Diabetes (z.B. Diabetestyp,-dauer) und Therapiedaten integriert, so dass andere ambulante oder stationäre Behandler auf einem Blick die wichtigsten Daten zum Diabetes präsent haben (auch wichtig bei einer Akutkomplikation des Diabetes, wie schweren Unterzuckerungen, Ketoazidosen). Wie der Gesundheits-Pass Diabetes genutzt werden sollte, wird direkt im Pass erklärt.

Kostet er etwas (ich habe kleine Euro-Beträge gesehen) oder wo bekomme ich ihn kostenlos?

Der Gesundheits-Pass Diabetes wird über den Kirchheim-Verlag (Mainz) vertrieben. Er kostet 2,60 € (blaue Farbe). Zudem gibt es noch den Gesundheits-Pass für Kinder und Jugendliche 2,60 € (rote Farbe) und in hellgrüner Farbe die Versionen in Englisch, Arabisch, Russisch und Türkisch (3,50 €). Kostenlos wird er manchmal in Form von Aktionen von Krankenkassen abgegeben, die in der Regel dann eine Sonderausgabe bei dem Kirchheim-Verlag bestellen. Bei höheren Abnahmemengen bietet der Kirchheim-Verlag deutliche Rabatte an. Dies ist besonders interessant für Behandler, die vielerorts den Bezug des Gesundheits-Passes Diabetes als Service für Ihre Patienten mit Diabetes anbieten.

Was bringt der Pass in Sachen Früherkennung bei möglichen Folge-Erkrankungen? (Beispiele, was verhindert werden kann)

Folgeerkrankungen sind keine unmittelbare Folge des Diabetes, sondern entstehen vor allem, wenn der Blutzucker und andere Risikofaktoren, wie Blutdruck und Blutfette, dauerhaft erhöht sind. Patienten können daher selbst sehr viel dazu beitragen, das Auftreten von Folgeerkrankungen zu verhindern. Aber auch wenn sich bereits erste Folgeerkrankungen bemerkbar machen, können Patienten durch eine gute Blutzuckereinstellung und die Behandlung von Risikofaktoren viel selbst tun, um deren Fortschreiten aufzuhalten. Folgeerkrankungen können sowohl an den kleinen wie großen Blutgefäßen verschiedener Organe (z.B. Augen, Nieren, Herz oder Gehirn) als auch an den Nerven entstehen. Durch die regelmäßige Teilnahme an den verschiedenen Kontrolluntersuchungen, die im Gesundheits-Pass Diabetes aufgeführten sind, besteht die beste Möglichkeit, möglicherweise entstehende Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen und so zu behandeln, dass ein Fortschreiten verhindert werden und schlimme Folgeerkrankungen wie z.B. Blindheit, Amputation von Füssen, Dialysepflicht, Herzinfarkt, Schlaganfall, erektile Dysfunktion vermieden werden können.  

Autor: Prof. Dr. Bernhard Kulzer, April 2021