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Nachwuchs für die Diabetologie

Praxen sollen sich für Blockpraktika, Famulaturen und PJ zur Verfügung stellen

Die Volkskrankheit Diabetes mellitus erfordert bei zunehmender Prävalenz der Erkrankung ein forciertes Engagement um diabetologischen Nachwuchs in Kliniken und in den Praxen niedergelassener Diabetologen. Leider hat das Querschnittsfach Diabetologie bisher im Medizinstudium nicht den gebührenden Stellenwert als fachübergreifende Erkrankung mit hoher Komorbidität und ist unzureichend im Lernzielkatalog verankert.

Studierende schon früh an die Diabetologie heranführen

Angehende Ärztinnen und Ärzte kommen erst spät mit der Komplexität der weitverbreiteten Erkrankung in Berührung. Es muss daher Ziel der Diabetologen in Klinik und Praxis sein, beim Ringen um den Nachwuchs bereits in Blockpraktika, Famulaturen und dem Praktischen Jahr (PJ) die jungen Kolleginnen und Kollegen für das Fach Diabetologie, das vielseitig, herausfordernd und durch zugewandte, "sprechende Medizin" gekennzeichnet ist, zu begeistern.

DDG und BVND fordern deshalb alle niedergelassenen Diabetologen auf, sich für das Blockpraktikum Allgemeinmedizin sowie als Lehrpraxis für Famulanten, aber auch als Akademische Lehrpraxis der jeweiligen regionalen Universität für das Praktische Jahr zur Verfügung zu stellen.

Es gibt auch Fördergelder für die Praxistage

Heute sind 89 % der niedergelassenen Diabetologen im hausärztlichen Bereich tätig. Egal ob hausärztlicher Internist oder Facharzt für Allgemeinmedizin – jeder kann durch eine Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Allgemeinmedizin der nächstgelegenen Universität als Akademische Lehrpraxis für das Fach Allgemeinmedizin akkreditiert werden und sich als Ausbildungspraxis für Blockpraktikanten und Medizinstudenten im PJ anbieten.

Die Ausbildung von Famulanten erfordert keine besondere Akkreditierung. Mit dem verpflichtenden ambulanten Quartal im Rahmen des Praktischen Jahres für alle Medizinstudierenden ab 2019 bedarf es eines ausreichenden und umfangreichen Angebots unserer Fachgruppe.

Alle KVen unterstützen die Famulatur im ambulanten Bereich mit 150 bis 500 Euro monatlich für den Studenten, mehr als die Hälfte auch das PJ-Tertial in einer Hausarztpraxis. Diese muss dafür akademische Lehrpraxis der regionalen Universität sein, da es sich um eine Landesförderung für Studierende an den Landesuniversitäten handelt. Schon jetzt können sich Studierende für ein Tertial in einer akademischen Lehrpraxis in ihrem Studiendekanat bzw. bei der KV bewerben – wenn auch nicht in allen Bundesländern.

Die Förderung variiert zwischen 250 bis 600 Euro monatlich. Einen guten Überblick über alle regionalen Fördermöglichkeiten findet man unter www.lass-dich-nieder.de/angebote/foerdermoeglichkeiten.html

Famulatur- und PJ-Börsen intensiver nutzen

Da sich die angewandte Diabetologie weitgehend in den ambulanten Bereich verlagert hat und dort vermittelt wird, können wir bei der Famulatur- und PJ-Börse als Diabetologen nicht früh genug starten, um junge Kollegen für unser Fach zu begeistern.
Bitte lassen Sie aus bisher 25 aktiven Praxen Hunderte werden. Beteiligen Sie sich an unserer Kampagne für den Nachwuchs!

Antje Weichard, FA für Allgemeinmedizin/Diabetologie

Onlinebörse mit DDG-Link

Neben den regionalen Famulaturbörsen gibt es auch eine bundesweite der KBV: famulaturboerse.lass-dich-nieder.de. Diese wird künftig unter der Rubrik "Famulatur- und PJ-Börse" mit der DDG-Website verlinkt. Zur Anmeldung muss der Arzt neben den Praxisdaten die lebenslange Arztnummer und die Betriebsstättennummer eingeben. Bitte als Diabetologe das Angebot unter "Innere Medizin/Diabetologie/Endokrinologie" einstellen. Nach Prüfung durch den Betreiber steht das Angebot binnen weniger Tage online.

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