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Weg vom Schnitzel

Langzeitdaten belegen verringerte Sterblichkeit bei Ernährungsumstellung

In die Analyse gingen die Daten von fast 50 000 Teilnehmerinnen der "Nurses Health Study" sowie von mehr als 25 000 Teilnehmern der "Health Professionals Follow-up Study" ein. Drei verschiedene Scores wurden herangezogen, um eine gesündere Ernährung zu identifizieren und den Einfluss einer Ernährungsumstellung auf die Gesamtmortalität sowie auf ursachenspezifische Mortalitäten innerhalb eines Zeitraums von 12 Jahren zu überprüfen.

Mortalität gegenüber Kontrolle um 9 % vermindert

Als Kontrolle dienten Studienteilnehmer, die ihre Ernährung über den kompletten Zeitraum mehr oder weniger beibehielten (Score-Zuwächse zwischen 0 und 3 %). Im Vergleich zu dieser Kontrollgruppe hatten diejenigen Studienteilnehmer, die ihre Ernährungsqualität auf Basis der Scores am stärksten (um 13–33 %) verbesserten, eine höhere Lebenserwartung: Wurde der "Alternate Healthy Eating Index Score" zugrunde gelegt, ergab sich in 12 Jahren für die Gesamtmortalität eine Hazard Ratio (HR) von 0,91.

Das heißt, die Mortalität war gegenüber den Kontrollen um 9 % vermindert. Gemessen am "Alternate Mediterranian Diet Score" betrug die HR 0,84 und gemessen am DASH Score 0,89.

Insgesamt war eine relevante Verbesserung der Ernährungsqualität (per 20-Perzentile) innerhalb des Zeitraums mit einer Abnahme der Gesamtmortalität um 8–17 % verbunden. Der protektive Effekt war umso größer, je stärker sich das Ernährungsverhalten in Richtung der scorespezifischen Empfehlungen änderte.

Umgekehrt war ein Mortalitätsanstieg um 6–12 % zu verzeichnen, wenn sich die Ernährungsqualität im Beobachtungszeitraum verschlechterte. Der Rückgang der kardiovaskulären Mortalität lag bei Anwendung des "Alternate Healthy Eating Index Score" und des "Alternate Mediterranean Diet Score" bei 7–15 %.

Eine Portion Gemüse und ein paar Nüsse pro Tag

Erstautorin Dr. Mercedes Sotos?Prieto von der Harvard Medical School in Boston und ihre Kollegen betonen, dass sich bereits eine moderate Ernährungsumstellung in einer höheren Lebenserwartung niederschlägt. Zum Beispiel könne es sich schon "auszahlen", wenn man jeden Tag eine Portion Gemüse und ein paar Nüsse zu sich nimmt.

Offenbar ist es nicht so relevant, welcher der empfohlenen Ernährungsstrategien man folge, vielmehr die Richtung müsse stimmen. Die drei Bewertungssysteme, die in der Studie zur Anwendung kamen, scheinen alle die "Basics" einer gesundheitsförderlichen Ernährung abzugreifen, zu denen der Verzehr von Vollkornprodukten, viel frischem Obst und Gemüse zählt sowie eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder sonstigen Quellen.

Im DASH-Score wird der letzte Aspekt nicht berücksichtigt, was eine Erklärung dafür sein könnte, dass sich bei Anwendung dieses Scores kein Rückgang der kardiovaskulären Mortalität nachweisen ließ.

Sotos-Prieto M et al. N Engl J Med 2017; 377:143-153

Punkte für gesunde Zutaten

Um die Qualität verschiedener Ernährungsweisen unter Gesundheitsaspekten abzuschätzen, wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Scores entwickelt. Allein diese Vielfalt macht klar: Was genau eine gesunde Ernährung ausmacht, dazu ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Je nach Bewertungssystem werden unterschiedliche Aspekte der Nährstoffzufuhr und/oder des Lebensmittelverzehrs bepunktet mit der Maßgabe, anhand der Gesamtpunktzahl eine Aussage über die Ernährungsqualität treffen zu können. In der Studie von Sotos-Prieto et al. kam u.a. der "Alternate Mediterranean Diet Score" zur Anwendung. Dieser basiert auf Empfehlungen, die sich an der klassischen Mittelmeerküche orientieren. Für den täglichen Verzehr von frischem Gemüse und Obst gibt es satte Punkte, wobei Hülsenfrüchte und Nüsse noch extra gerechnet werden. Auch frischer Fisch mindestens zweimal in der Woche schlägt positiv zu Buche, und dasselbe gilt für seltenen Verzehr von rotem Fleisch. Last but not least tragen die Verwendung von reichlich Olivenöl sowie der Konsum von Alkohol in Maßen bei diesem Score zu einem hohen Punktekonto bei.

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