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Die politischen Forderungen der DDG

Von Präsidium, Geschäftsführung und der Kommission "Gesundheits- und Wissenschaftspolitik"

Strukturierte Einbindung bei gesundheitspolitischen Gestaltungsprozessen

Hintergrund: Die DDG hat die politische Verantwortung, sich für die Umsetzung unserer Erkenntnisse in die Patientenversorgung bestmöglich einzubringen. Die Politik, das Gesetz (SGB) und die Organe der Selbstverwaltung sehen zurzeit jedoch keine Legitimation wissenschaftlicher Fachgesellschaften bei der Mitgestaltung der öffentlichen Gesundheit. Alle Verfahren der Selbstverwaltung mit gesetzesprägendem Charakter werden z.B. ohne strukturierte Einbindung wissenschaftlicher Fachgesellschaften vollzogen. Dasselbe gilt für die Millionen von Betroffenen bzw. Patienten, die hierbei keine "Stimme" haben!

Forderungen:

  • Die DDG fordert von der Politik als Gesetzgeber eine juristisch festgelegte und damit regelhafte Einbindung der medizinischen Fachgesellschaft bei der Festlegung des "medizinischen Standards" nach SGB V bei allen Prozessen der gesundheitspolitischen Gestaltung und Selbstverwaltung.
  • Patientenrelevante Endpunkte sind bei der Evaluierung von Medizinprodukten, Arzneimitteln und gesundheitspolitischen Prozessen methodisch festgelegt zu berücksichtigen.
  • Wir fordern von der Politik eine Stärkung der Patienten-Selbsthilfe und ein juristisch bestimmtes Stimmrecht für die Betroffenen in den Organen der Selbstverwaltung.

 

Stärkung der Forschung und Versorgung

Hintergrund: Die Lebenszeit von Patienten mit Diabetes ist häufig um viele Jahre verkürzt. Daher ist das Ziel einer optimalen Versorgung, die Lebenserwartung der Menschen mit Diabetes bei sehr guter Lebensqualität zu normalisieren.

Hierzu bedarf es einer strukturierten Stärkung der translationalen Forschung, Lehre und klinischen Ausbildung in der Diabetologie an universitären und außeruniversitären Einrichtungen.  Bedingt durch den Druck der Ökonomisierung gerät die "Sprechende Medizin" zunehmend ins Hintertreffen. In der Folge fielen immer mehr klinisch verantwortliche Lehrstühle für Dia­betologie dem Rotstift zum Opfer ebenso wie große diabetologisch/endokrinologisch geführte medizinische Abteilungen in Kliniken. Dies gefährdet bereits jetzt die Ausbildung des klinischen Nachwuchses und die Förderung von Clinician Scientists und Medical Scientists, die für die wissenschaftliche Zukunft der Diabetologie unbedingt erforderlich sind.

Die bisherige Entwicklung gefährdet so die Versorgungsqualität der Millionen von Bürgern, die von einem Diabetes betroffen sind. Zur qualitativen Verbesserung der Versorgung dieser Patienten müssen sowohl die Grundlagenforschung sowie klinische Studien, Register und die vernetzte Auswertung vorhandener Daten (z.B. DMP) politisch geregelt und gefördert werden.

Forderungen:

  • Fortführung und Steigerung der Förderung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) mit Förderung des Bundes zum Auf- und Ausbau klinischer Lehrstühle für Diabetologie durch die Länder
  • Stärkere Verankerung der Diabetologie im Medizinstudium
  • Sicherung eigenständiger diabetologischer Fachabteilungen
  • Gewährleistung der Qualifikation Zusatzweiterbildung Diabetologie auf Facharzt-äquivalentem Niveau (Definition durch DDG zusammen mit DGE und DGIM) durch die BÄK via Landesärztekammern.
  • Staatliche Anerkennung DDG-qualifizierter Diabetes-spezifischer Weiterbildungen nicht-ärztlicher Berufsgruppen
  • Adäquate Vergütung der "Sprechenden Medizin" im ambulanten und stationären Sektor
  • Bundesweite Zusammenführung von Patientendaten in Registern, vernetzte Evaluation von DMP-Krankenkassen- und KV-Daten mit Zugriff der Wissenschaft auf diese Daten und Stärkung der Forschung durch klinische Studien

 

Gestaltung der digitalen Transformation

Hintergrund: Die DDG sieht in der Digitalisierung die große Chance für eine fachliche Vernetzung und flächendeckende medizinische Versorgung auf höchstem Niveau.

Forderungen:

  • Flächendeckender Netzausbau (mit Gigabyte-Netzkapazitäten!) und zügige Umsetzung des E-Health-
  • Gesetzes
  • Datenschutz und Datensicherheit mit Rücksicht auf informationelle Selbstbestimmung der Patienten und Belange von Versorgung und Forschung (Big Data)
  • Technische und inhaltliche Konnektivität und Interoperabilität aller Systeme
  • Transparenz, Qualitätskontrolle und Vigilanzprüfung verwendeter Medizinprodukte und Algorithmen
  • Unterstützung des "Code of Conduct Digital Health" der DDG, siehe Homepage

 

Prävention mit dem Nationalen Diabetesplan

Hintergrund: Bisherige Maßnahmen, den rapiden Anstieg nichtübertragbarer Krankheiten wie z.B. Diabetes zu stoppen, haben sich leider als unwirksam erwiesen. Adipositas und Diabetes schreiten weiter voran. Besonders sozial schwache und bildungsferne Schichten sind betroffen.

Forderungen:

  • Um dieses Problem nachhaltig und sozial gerecht zu lösen, bedarf es eines Wandels von der Verhaltens- zur Verhältnisprävention.
  • Eine zentrale Forderung (zusammen mit DANK – Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten) ist die Mehrwertsteuerbefreiung für gesunde Lebensmittel.

Beauftragter für Diabetes

Die politischen Forderungen der DDG betreffen viele verschiedene Ministerien und föderale Strukturen und Kommunikationsbarrieren. Daher fordern wir einen Bundesbeauftragten für Diabetes, Adipositas und Prävention!

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