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Fett, Zucker, Rauchen, Alkohol

DANK fordert von der deutschen Politik einen Paradigmenwechsel

Weltweit und auch in Deutschland sind nichtübertragbare Krankheiten Todesursache Nummer eins – führend dabei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Typ-2-Diabetes und COPD. Zwar hat in Deutschland der Bundestag mit dem im Juli  2015 in Kraft getretenen Präventionsgesetz die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, die Ausgaben für Prävention pro Versichertem deutlich anzuheben.

Bisher bringt Prävention nicht den notwendigen Effekt  

Aber die von den Kassen finanzierten Maßnahmen, die Menschen zur Änderung ihres Verhaltens motivieren sollen, reichen ebenso wenig aus, um die Volkskrankheiten einzudämmen, wie politische und ärztliche Appelle. "Die Verhaltensprävention ist gescheitert", so die klare Einschätzung der Allianz.

Vier große Ziele schreibt die Allianz der Politik in die Agenda

Die Verbündeten nennen deshalb in ihrem Grundsatzpapier vier Ziele zur Eindämmung nichtübertragbarer Krankheiten in Deutschland sowie Maßnahmen zu deren wirksamen Umsetzung.

  •    Reduzierung des Tabakkonsums

Jährliche Erhöhung der Tabaksteuer um mindestens 10 % auf Tabakwaren sowie die Einführung einer vergleichbaren Steuer auf E-Zigaretten.
Bundesweit einheitliches Rauchverbot und Nutzungsverbot für E-Zigaretten in öffentlichen Gebäuden und in der Gastronomie, aber auch ein Rauch- und Nutzungsverbot für E-Zigaretten im Auto, wenn Minderjährige anwesend sind.

Effektive Alterskontrollen beim Verkauf von Tabakwaren und E-Zigaretten sowie ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte und E-Zigaretten, das alle Werbeformen, auch Sponsoring, umfasst.

  • Verringerung des schädlichen Alkoholkonsums

Erhöhung der Alkoholsteuer nach Alkoholgehalt sowie eine einheit­liche Altersgrenze von 18 Jahren für die Abgabe und den öffentlichen Konsum von Alkohol.

  • Förderung einer gesunden Ernährung

Steuersenkung für gesunde Lebensmittel mit niedrigem Fett-, Zucker- und/oder Salzanteil, zugleich Steuererhöhung für verarbeitete Lebensmittel mit hohem Gehalt an Fett, Zucker und/oder Salz; verbindliche Umsetzung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Kita und Schule – u.a. abwechslungsreiche Hauptmahlzeiten, Verkaufsverbot für Süßigkeiten, Knabberartikel und Softdrinks sowie Aufstellung von Wasserspendern; Verbot von an Kinder gerichteter Werbung für übergewichtfördernde Lebensmittel; Leicht verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln und Getränken auf der Vorderseite der Verpackung.

  • Steigerung der körperlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen

Täglich mindestens eine Stunde Sport/Bewegung in Kindertagesstätte und Schule; adäquate Qualifizierung von Lehrerinnen und Lehrern sowie von Erzieherinnen und Erziehern zur Bewegungsförderung.

 

Was ist DANK?

DANK ist die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (www.dank-allianz.de). Sie hat sich 2010 aus Anlass des ersten UN-Gipfels zu nichtübertragbaren Krankheiten gegründet, um sich für bevölkerungsweite und nachhaltige Primärprävention in Deutschland einzusetzen.Die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen nimmt stetig zu und die Erkrankungen sind vielfach durch Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt.

Die Allianz fordert deshalb die politisch Verantwortlichen in Deutschland auf, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. In einem Grundsatzpapier sind die notwendigen Strategien beschrieben. DANK gehören siebzehn wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaften, Verbände und Forschungseinrichtungen an. Dazu gehören u.a. DDG, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, der Deutsche Hausärzteverband und die Deutsche Hochdruckliga.



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