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Diabetologie jetzt als Zusatzweiterbildung

DDG begrüßt Entscheidung des Ärztetages

Die Qualifikation für Diabetologie war in der Vergangenheit immer ein Diskussionspunkt, weil es keine einheitlichen Standards gab. So gibt es den "Dia­betologen DDG", der als Facharztbezeichnung nicht führbar ist, sowie unterschiedliche Qualifikationsmöglichkeiten der Landesärztekammern (LÄK) zum „Diabetologen LÄK“ für Internisten. Die Teilgebietsbezeichnung "Endokrinologie", die grundsätzlich Diabetologie mit einschließt, kann nur innerhalb des Fachs Innere Medizin erworben werden. Die DDG hat für den "Diabetologen DDG" ein Curriculum etabliert, mit dem diese Qualifikation auch von Allgemeinmedizinern und Pädiatern erworben werden kann.

Einheitliche Zusatzqualifikation auf Facharztniveau erreicht

DDG und BVND haben schon im Positionspapier "Task Force Diabetologie 2025" gefordert, dass in der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) eine einheitliche Zusatzqualifikation geschaffen werden muss, die für Internisten, Allgemeinärzte und Pädiater erreichbar ist. Die DDG sieht es als sehr großen Erfolg an, dass es mit der neuen MWBO nun gelungen ist, eine einheitliche Zusatzqualifikation auf Facharztniveau zu erreichen.

Im letzten Jahr hatte die DDG gemeinsam mit den Fachgesellschaften für Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Endokrinologie sowie Kinder- und Jugendmedizin sowie den entsprechenden Berufsverbänden bei der Bundesärztekammer (BÄK) einen Anforderungskatalog "Zusatzweiterbildung (ZWB) Diabetologie" eingereicht. Diese Weiterbildung basiert auf dem Curriculum der DDG, ist also hochwertig und sichert nicht nur unseren diabetologischen Nachwuchs, sondern wird auch helfen, die Versorgung für Patienten besser sicherzustellen. Diese beiden Punkte waren auch der BÄK sehr wichtig.

Erkennen, Behandeln und die Rehabilitation aller Formen der diabetischen Stoffwechselstörung

Das Curriculum mit Ausbildungsinhalten und -voraussetzungen ist bei der BÄK online einsehbar. Die ZWB Diabetologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz das Erkennen, Behandeln und die Rehabilitation aller Formen der diabetischen Stoffwechselstörung einschließlich ihrer Komplikationen sowie die Beratung und Schulung von Menschen mit Diabetes. Die Inhalte der ZWB sind integraler Bestandteil der Facharztweiterbildung in Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie sowie der ZWB Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie.

Die Mindestanforderungen gemäß § 11 MWBO sind: Facharztanerkennung im Gebiet Innere Medizin oder Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendmedizin und zusätzlich zwölf Monate Diabetologie unter Befugnis an Weiterbildungsstätten. Die Länge der ZWB entspricht der anderer ZWB. Neu in der gesamten MWBO ist, dass die Weiterbildungsinhalte und -zeit einer ZWB nicht in der vorangehenden Facharztausbildung "versenkt" werden können.

Modulares Curriculum für den "Diabetologen DDG"

Die vom Ärztetag verabschiedete MWBO muss jetzt auf Landesebene durch die LÄK umgesetzt werden. Für alle Kolleg/innen, die derzeit in der Weiterbildung zum Diabetologen DDG sind, wird es Übergangsregelungen geben. Die DDG erarbeitet ein Konzept zur Weiterentwicklung des Diabetologen DDG in Form eines modularen Curriculums. Es lohnt sich also weiterhin, den Diabetologen DDG anzustreben. Kurse "Klinische Diabetologie" werden auch künftig von der DDG angeboten. Die DDG wird gemeinsam mit ihren Regionalgesellschaften und den anderen beteiligten Fachgesellschaften darauf achten, dass die ZWB einheitlich in den LÄK umgesetzt wird.

Prof. Dr. Baptist Gallwitz

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