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Arbeitsgruppe entwickelt Gütesiegel für Diabetes-Apps

Sinnvolle Unterstützung für Ärzte und Patienten bei der Auswahl der digitalen Helfer

Zunehmend mehr Patienten mit Diabetes mellitus nutzen ein elektronisches Diabetes-Management. Entsprechend groß ist das Angebot an digitalen Helfern in Form von Apps für iPhone, Smartphone, den Computer oder Tablets. Viele Programme leisten dabei inzwischen mehr als nur die Messung der Blutzuckerwerte oder die Dokumentation von Insulingaben und des Verbrauchs an Kohlenhydraten.

Überblick fehlt, welcher Helfer für den Einzelnen geeignet ist

"Das Problem ist, dass es inzwischen eine derartige Vielzahl an Apps gibt, dass niemand mehr überblickt, welche App sich für welchen Patienten am besten eignet", sagt Dianab Droßel, Mitglied des Vorstandes von diabetesDE.

Nicht nur die Bandbreite des Angebots ist groß, sondern auch die Qualität der einzelnen Apps ist durchaus unterschiedlich. Vergleichende Tests zu Diabetes-Apps gibt es bislang allerdings kaum.

Vor zwei Jahren haben sich daher Mitglieder der AG Diabetes & Technologie der DDG, des Verbandes der Dia­betes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD), der Deutschen Diabetes-Hilfe (diabetesDE) sowie der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) in einer Arbeitsgruppe (AG Dia­Digital) zusammengetan, um unter Mitwirkung des Bochumer Zentrums für Telematik und Telemedizin (ZTG) den Markt für Diabetes-Apps zu analysieren.

Daraus entstanden sind ein Kriterienkatalog zur Qualitätsüberprüfung sowie ein spezielles Gütesiegel. "Damit gibt es erstmals in Deutschland eine systematische und unabhängige Bewertung von Diabetes-Apps", betont Droßel.

Basis für die Bewertung ist eine Selbstauskunft des Herstellers zu Produktdetails, medizinischen Fragen sowie zu Datenmanagement und Transparenz der jeweiligen App. Hierzu gehören beispielsweise Angaben zur Produktkategorie, zu den Kosten und einer etwaigen Kostenübernahme durch die Krankenkassen, zum Datenschutz sowie zu Nutzungsbedingungen, Maßnahmen zur Barrierefreiheit oder zur Prävention.

Auch Vertrauenswürdigkeit und  Praktikabilität werden geprüft

"Die AG DiaDigital überprüft die Angaben der Hersteller auf Korrektheit und Vertrauenswürdigkeit und die Apps zusätzlich auf Praktikabilität und Nutzerfreundlichkeit", erklärt Droßel. Fällt die Bewertung positiv aus, erhält das Produkt das Gütesiegel der AG DiaDigital. "Bei Beanstandungen soll es jedoch keine offizielle Negativbewertung geben, sondern wir besprechen mit dem jeweiligen Hersteller die Qualitätsmängel, damit er eine Optimierung vornehmen kann", macht Droßel deutlich.

In einer Pilotphase hat die AG bereits mehrere Apps beispielhaft überprüft. Offiziell soll das Bewertungsverfahren Ende Mai starten. Die Ergebnisse sind auf der Homepage diadigital.de abrufbar.

"Unsere AG umfasst derzeit 50 Mitglieder. Die Kooperation soll aber sukzessive ausgebaut werden", sagt Droßel. Interessierte Ärzte können sich unter diana.drossel@ddh-m.de per E-Mail an die AG wenden.

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