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PCSK9-Hemmer reduziert CV-Ereignisse nach einem ACS

Patienten mit initialem LDL-C über 100 mg/dl profitierten am stärksten

Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom innerhalb der letzten 1–12 Monate, wurden in der ODYSSEY-OUTCOMES-Studie mit dem PCSK9-Hemmer Alirocumab behandelt. Das primäre Ziel bestand darin, schwere kardiale Komplikationen zu vermeiden.

Die 18 924 Studienteilnehmer bekamen in einer zwei- bis 16-wöchigen Run-in-Phase eine intensive bzw. maximal tolerierte Statintherapie. Als Einschlusskriterium mussten danach ihre LDL-C Level ? 70 mg/dl, ihre non-HDL-C Level ? 100 mg/dl oder ihre Apolipoprotein-B-Level ? 80 mg/dl sein.

Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 in den Alirocumab- oder in den Placebo-Arm randomisiert. Subkutane Injektionen mit 75–150 mg des Antikörpers oder Placebo wurden zweiwöchentlich verabreicht, um die LDL-C-Level der Patienten zwischen 25 und 50 mg/dl zu halten.

LDL-C Konzentration sinkt deutlich

Nach einem medianen Follow-up von 2,8 Jahren betrug die LDL-C-Konzentration im Alirocumab-Arm 53,3 mg/dl, wohingegen die Placebo-Gruppe einen Wert von 101,4 mg/dl aufwies. Dies entspricht einer Reduktion von 54,7 %.

Schwere kardiovaskuläre Ereignisse – der primäre Endpunkt – traten unter Behandlung mit dem PCSK9-Hemmer signifikant seltener auf (9,5 % vs. 11,1 %; HR 0,85, p = 0,0003).

Die Ergebnisse im Detail:

  • Tod durch koronare Herzerkrankung: 2,2 vs. 2,3 %, p = 0,38
  • kardiovaskulärer Tod: 2,5 vs. 2,9 % (nicht signifikant)
  • nicht-tödlicher Myokardinfarkt: 6,6 vs. 7,6 %, p = 0,006
  • ischämischer Schlaganfall: 1,2 vs.1,6 %, p = 0,01
  • instabile Angina pectoris: 0,4 vs. 0,6 %, p = 0,02

Als sekundärer Endpunkt wurde auch die Diabetes-Neuerkrankung analysiert. 29 % des Studienkollektivs litten bereits bei Studienanfang an Diabetes. Das Risiko einer Neuerkrankung konnte durch den PCSK9-Inhibitor leicht reduziert werden (9,6 % vs. 10,1 %). Zudem wurde die Gesamtmortalität von 4,1 % unter Placebo auf 3,5 % in der Alirocumab-Gruppe gesenkt (p =  0,026).

Effekt ist bereits früh messbar

Die On-treat­ment-Analyse hat einen früh einsetzenden Effekt des PCSK9-Hemmers gezeigt. Bereits nach vier Monaten wurde im Alirocumab-Arm eine LDL-C Konzentration von 37,6 mg/dl gemessen, in der Placebo-Gruppe waren es 93,3 mg/dl. Somit wurde eine Reduktion von 62,7 % erreicht.

Patienten mit einem LDL-C-Initial­wert ? 100mg/dl profitierten am stärksten von der Alirocumab-Behandlung. In dieser Gruppe konnte das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis um 24 % gesenkt werden (11,5 vs. 14,9 %), was einer absoluten Risikoreduktion von 3,4 % entsprach.

Auch Todesfälle durch koronare Herzkrankheit (ARR 0,9 %) und kardiovaskuläre Todesfälle (ARR 1,3 %) konnten um etwa 30 % gesenkt werden. Laut Aussage der Autoren ist dies die optimale Patientengruppe für eine Therapie mit dem Antikörper.

ACC News Story anlässlich der 67th Annual Scientific Session des American College of Cardiology

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