Zur  politischen  Umsetzung  der  im  Koalitionsvertrag  vereinbarten  Nationalen  Diabetesstrategie  bedarf es eines nationalen Rahmenplans, der die Eckpunkte für eine einheitliche Versorgung und ein einheitliches Monitoring enthalten sollte und den Bundesländern Orientierung und Leitschnur für  eigene  Maßnahmen  bietet.  Ein  Steuerungsgremium  sollte  die  medizinische  Fachkompetenz (DDG,  VDBD)  und  die  Patientenperspektive  und  Betroffenenkompetenz  (Patientenvertretung) einbeziehen.  Die  Bund-Länder-Koordinierung  sollte  geregelt  werden und  klare  Zuständigkeiten  müssen  benannt  sein.  Finanzmittel  zur  Umsetzung  müssen  in  den Haushalten  von  Bund  und  Ländern budgetiert sein... Weiter.

Künftige gesundheits- und wissenschaftspolitische Entscheidungen, die Einfluss auf die Zukunft von Patienten, Ärzten und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen haben, machen eine aktive Einbindung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und anderer Fachgesellschaften unverzichtbar.

Konkret fordert die DDG

  • strukturierte Einbindung der Fachgesellschaft bei gesundheits- und  wissenschaftspolitischen Gestaltungsprozessen
  • Stärkung der Forschung und Versorgung im Bereich Diabetologie
  • Mitgestaltung der digitalen Transformation durch die DDG
  • den Nationalen Diabetesplan

Unsere vollständigen Kernpunkte eines nationalen Rahmenplans zur Diabetesstrategie finden Sie hier.

 

 

Laut aktuellem Diabetes-Atlas der International Diabetes Federation (IDF) aus dem Jahr 2017 liegt Deutschland mit einer Anzahl von 7,5 Mio. Menschen mit Diabetes mellitus an zweiter Stelle in Europa und im internationalen Vergleich an neunter Stelle. Diabetes mellitus nimmt in Deutschland unverändert zu. Täglich erkranken rund 1.000 Menschen neu. Die meisten sind dabei an Typ-2-Diabetes erkrankt, der nach wie vor viele Jahre zu spät diagnostiziert wird und der zur sehr hohen „Dunkelziffer“ beiträgt – die auf bis zu 2 Mio. geschätzt wird. Aktuell sind rund 32.000 Kinder und Jugendliche an Typ-1-Diabetes erkrankt und es gibt deutliche regionale Unterschiede in der Prävalenz des Typ-2-Diabetes innerhalb Deutschlands hin. Für das Gemeinwesen in Deutschland entstehen pro Jahr durch Diabetes und seine Folgekrankheiten Kosten von rund 35 Mrd. Euro für Behandlung, Pflege, Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Etwa 80 Prozent dieser Kosten entstehen nicht durch die Diabetestherapie selbst, sondern durch die Folgen eines schlecht eingestellten Diabetes und der daraus resultierenden, gehäuft auftretenden Begleiterkrankungen. Damit ist einerseits sehr viel menschliches Leid verbunden, andererseits werden die Gesundheits- und Sozialsysteme durch diese unnötig steigenden Kosten immer schneller an ihre Grenzen gebracht. Die wachsende Zahl der Betroffenen sowie die Notwendigkeit, medizinische Innovationen für die Patienten zu entwickeln und verfügbar zu halten, machen es notwendig, Qualität und Effizienz des heutigen Systems zu verbessern. Begrenzte Ressourcen verlangen nach adaptierten Lösungen, um die wachsende Zahl von Patienten angemessen zu versorgen.

 

  • Den Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2019 finden Sie hier.