Vor 50 Jahren noch eine Randerscheinung, spielt die Erkrankung Diabetes mellitus heute eine enorme gesundheitspolitische und ökonomische Rolle. Derzeit sind rund 7 Mio. Menschen von ihr betroffen. Damit zählt sie zu den großen Volkserkrankungen. Nach Expertenschätzungen könnte aufgrund einer allgemein höheren Lebenserwartung und bei weiter steigender Neuerkrankungsrate die Zahl der Diabetesfälle bis zum Jahr 2040 auf bis zu 12 Mio. ansteigen.

Hieraus ergeben sich zwei wichtige Handlungsfelder in der Diabetologie: Zum einen muss die Prävention verbessert werden, um die Diabetes-Neuerkrankungen zu reduzieren. Zum anderen ist bei steigender Zahl an Diabetesdiagnosen eine qualitativ hochwertige Versorgung auch für die Zukunft sicherzustellen. Beide Handlungsfelder müssen selbstverständlich durch Grundlagen-, klinische und Versorgungsforschung unterstützt werden.

Der jährlich aktualisierte Deutsche Gesundheitsbericht Diabetes stellt in Intention und struktureller Anlage eine Kombination aus Weißbuch/Handbuch und Jahrbuch dar: Einerseits versammelt er gesichertes Wissen über die Krankheit Diabetes, andererseits beschreibt er die Diabetologie im Wandel wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse. So erklärt sich die Kombination aus konstanten Beitragsthemen mit gänzlich neuen Themenbereichen, von denen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche aufgenommen wurden.

  • Den Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2020 finden Sie als PDF hier.

Zur  politischen  Umsetzung  der  im  Koalitionsvertrag  vereinbarten  Nationalen  Diabetesstrategie  bedarf es eines nationalen Rahmenplans, der die Eckpunkte für eine einheitliche Versorgung und ein einheitliches Monitoring enthalten sollte und den Bundesländern Orientierung und Leitschnur für  eigene  Maßnahmen  bietet.  Ein  Steuerungsgremium  sollte  die  medizinische  Fachkompetenz (DDG,  VDBD)  und  die  Patientenperspektive  und  Betroffenenkompetenz  (Patientenvertretung) einbeziehen.  Die  Bund-Länder-Koordinierung  sollte  geregelt  werden und  klare  Zuständigkeiten  müssen  benannt  sein.  Finanzmittel  zur  Umsetzung  müssen  in  den Haushalten  von  Bund  und  Ländern budgetiert sein... Weiter.

Künftige gesundheits- und wissenschaftspolitische Entscheidungen, die Einfluss auf die Zukunft von Patienten, Ärzten und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen haben, machen eine aktive Einbindung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und anderer Fachgesellschaften unverzichtbar.

Konkret fordert die DDG

  • strukturierte Einbindung der Fachgesellschaft bei gesundheits- und  wissenschaftspolitischen Gestaltungsprozessen
  • Stärkung der Forschung und Versorgung im Bereich Diabetologie
  • Mitgestaltung der digitalen Transformation durch die DDG
  • den Nationalen Diabetesplan

Unsere vollständigen Kernpunkte eines nationalen Rahmenplans zur Diabetesstrategie finden Sie hier.