Für Verdienste in der ärztlichen Fortbildung

Professor Dr. Eberhard Siegel mit Ernst-von-Bergmann-Plakette geehrt

Karlsruhe.  Für besondere Verdienste in der ärztlichen Fortbildung hat die Bundesärztekammer jüngst Professor Dr. Eberhard Siegel gewürdigt. Er habe nicht nur hochkarätige Veranstaltungen konzipiert, sondern auch die Anliegen des Nachwuchses im Blick behalten, hieß es bei der Zeremonie.

Foto: Matthias Leidert

Die höchste Auszeichnung, mit der die Bundesärztekammer großes Engagement für die ärztliche Fortbildung würdigt, die Ernst-von-Bergmann-Plakette, wurde im November einem Diabetologen DDG verliehen: Professor Dr. ­Eberhard Siegel, Gastroenterologe und Endokrinologe. Er war über 25 Jahre Direktor der Medizinischen Klinik 1 der
St. Vincentius-Kliniken in Karlsruhe mit den o. g. Schwer- punkten.

Mit der Plakette wird seine Arbeit an der Akademie für ärztliche Fortbildung der Bezirksärztekammer Nordbaden gewürdigt. „Die Erfolgsgeschichte der Akademie ist ganz wesentlich auch sein Verdienst“, erklärte Professor Dr. Christof Hofele, Präsident der Bezirksärztekammer in seiner Laudatio.
Prof. Siegel war von 2000 bis 2019 zweiter Stellvertretender Vorsitzender der Einrichtung, zudem wissenschaftlicher Leiter von Fortbildungen, Referent und Mitglied der Fortbildungskommission. Von 2001 bis 2005 war der Internist im Vorstand der DDG. Außerdem engagiert er sich bis heute als beratendes Vorstandsmitglied der AG Dia­betologie Baden-Württemberg, die er mitbegründet hat. Sogar sportlich setzt sich Prof. Siegel leidenschaftlich für die Aufklärung rund um den Diabetes ein: Seit fünf Jahren spielt er unter Trainer Christoph Daum für den FC Diabetologie.

Präsidentin der DDG gratuliert zu der Auszeichnung
Auch die Präsidentin der DDG, Professor Dr. Monika Kellerer, gratulierte dem Internisten herzlich
„zu dieser wirklich außerordentlichen Auszeichnung und Ehre“, die ihm passenderweise am Weltdiabetestag zu Teil wurde. Es freue sie natürlich besonders, wenn ein Diabetologe oder eine Diabetologin eine solche Auszeichnung bekomme, schrieb sie.

Den Diabetologen selbst überrascht die Würdigung: „Ich hatte mit dieser Auszeichnung nicht gerechnet. Sie hat eine Riesenfreude ausgelöst und ist eine Anerkennung für vieles, das ich ehrenamtlich an Zeit und Aufwand in den 45 Jahren meiner ärztlichen Tätigkeit investiert habe.“ Dabei ging seine Aktivität weit über den rein medizinischen Bereich hinaus: Als begeisterter Blechbläser und Dirigent organisierte er beispielsweise Benefizkonzerte zugunsten des Hospizwesens.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Hofele insbesondere, wie sehr sich Prof. Siegel für die Interessen junger Ärzte und Medizinstudierender einsetzte. Hierzu gehörten auch regelmäßig durchgeführte, zweitägige Diabeteskurse und Schilddrüsenkurse. Er habe auch das Angebot der Akademie geöffnet – etwa indem er „Fortbildungssamstage“ mit auf dem Weg brachte, welche Assistenten den Einstieg in die Dienste erleichtern. Insgesamt habe der Diabetologe „Wesentliches für die vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit der Generationen in der Selbstverwaltung bewirkt“, lobte Prof. Hofele.

Zahlreiche hochqualifizierte Mediziner ausgebildet
Prof. Siegel blickt auf eine stolze Zahl fortgebildeter Kollegen zurück: In den 25 Jahren seiner Tätigkeit als Chefarzt wurden 25 Endokrinologen, 10 Gastroenterologen, 40 Dia­betologen DDG und 8 Chef- ärzte ausgebildet. Auch als Referent bei Fortbildungen trat er immer wieder auf – manchmal auch zu „ausgefalleneren“ Gebieten wie dem ärztlichen Handeln am Lebensende oder dem Münchhausen-Syndrom. Ihm sei es wichtig gewesen, sowohl auf niedergelassene Ärzte als auch auf Kliniker einzugehen, berichtet er.

Isabel Aulehla