Liebe Eltern, liebe Kinder und Jugendliche mit Typ 1 Diabetes,
wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, hat der Gemeinsame Bundesausschuss vor, die Verordnungsfähigkeit (und damit Erstattungsfähigkeit) von kurzwirksamen Insulinanaloga (Novorapid, Humalog, Apidra) einzuschränken. Obwohl die endgültige Entscheidung erst am 21. Februar getroffen werden soll, werden folgende Entwicklungen diskutiert:
- Diese Einschränkungen könnte zunächst nur neu mit kurzwirksamen Analoga behandelte Patienten betreffen
- Allerdings ist ein „vorauseilender Gehorsam“ von machen Ärzte zu befürchten, die nur noch Normalinsulin verordnen „weil kein Zusatznutzen der Analoga nachgewiesen ist“
- Zwar könnten im Rahmen von Rabattverträgen die kurzwirksamen Insulinanaloga grundsätzlich erstattungsfähig bleiben. Aber ein deutlicher Widerstand an dieser Stelle ist sicher nötig, weil dieser Vermischung von Gesundheitsökonomie und Wissenschaft von Anfang an Widerstand entgegengebracht werden sollte. Es bleibt die Entscheidung der Ärzte und ihrer Patienten, welche Therapie optimal ist.
Es war nach unseren früheren Bemühungen eine Ausnahmeregelung für Kinder und Jugendliche und Insulinpumpenträger diskutiert worden. Dies wurde jedoch auf Grund juristischer Bedenken verworfen (Gleichbehandlung aller Patienten mit Typ 1 Diabetes).
Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags festgestellt hat, das eine Änderung der Verordnungsfähigkeit von Analoginsulinen für Typ 1 Diabetiker nicht beabsichtigt ist (s. u.).
Wir empfehlen daher, wie in beiliegendem Entwurf (s. u.) für eine Petition, die Politiker an ihre damalige Aussage zu erinnern.
Auch sollte man seine lokalen Politiker (Wahlkampf in Niedersachsen und Hessen!) und Tageszeitungen zu diesem Thema ansprechen (siehe Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 21.1.2008).
Da zu befürchten ist, dass dies auch nicht hilft, sollte man sich für Freitag den 22.2.2008 in Berlin verabreden, wo erwartungsgemäß der Gemeinsame Bundesausschuss seine Entscheidung vom Vortag in einer Pressekonferenz bekannt gibt. (um die Mittagszeit, Einzelheiten werden rechtzeitig bekanntgegeben). Die breite Öffentlichkeit sollte sehen können, dass viele der 25000 Kinder und Jugendlichen mit Diabetes und ihre Familien und Diabetes-Teams mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sind.
Mit freundlichen Grüßen
Dr.Judit Etspueler
Oberärztin/ Diabetologin
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Gesundheit Nordhessen
Kinderkrankenhaus Park Schönfeld
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für den Vorstand der AGPD
AG Pädiatrische Diabetologie
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