Tätigkeitsbericht 2002
Die am 29.1.2000 während des 13. Halleschen Symposiums für Herz/Kreislauf Medizin gegründete Diabetesgesellschaft Sachsen-Anhalt (DGSA) e.V. hat mittlerweile 116 aktive Mitglieder. Die DGSA versteht sich als Landesgruppe der Deutschen Diabetesgesellschaft in Sachsen-Anhalt, ist aber damit eine eigenständige Gesellschaft in Sachsen-Anhalt, die in enger Kooperation mit der DDG tätig ist. Wichtigstes Ziel der DGSA ist die weitere Verbesserung der Qualität der Versorgung der an Diabetes mellitus erkrankten Patienten.
Es sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Krankenversorgung, der Fortbildung, der Forschung und Wissenschaft auf dem Gebiet des Diabetes mellitus gefördert werden.
Die Gesellschaft versteht sich damit auch als Ansprechpartner von Behörden und Institutionen, einschließlich der Landesorganisationen, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der Diabetes-Selbsthilfegruppen.
Regional und überregional fanden zahlreiche Aktivitäten statt, so dass die DGSA auch nach außen hin mehr und mehr präsent wird.
Folgende Themenschwerpunkte bestimmten die Jahrestätigkeit 2002:
• Modellprojekt Diabetes in Sachsen-Anhalt
Rund 200.000 Diabetiker leben in Sachsen-Anhalt, 18.000 von ihnen schrieben sich in ein Deutschland weit einmaliges Modellprojekt ein, dass die KV Sachsen-Anhalt, die AOK Sachsen-Anhalt, die IKK Sachsen-Anhalt und die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt im Jahr 2000 in Sachsen-Anhalt initiiert hatten. 276 Hausärzte, 43 Augenärzte, 11 diabetologische Schwerpunktpraxen sowie 6 Krankenhäuser und 2 Reha-Einrichtungen in den Modellregionen Stadt Magdeburg, Landkreise Schönebeck, Aschersleben-Staßfurt, Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode waren in das Projekt eingebunden.
Ziel des Diabetesprojektes Sachsen-Anhalt war, die Versorgung der an Diabetes erkrankten Patienten zu verbessern. Erprobt werden sollten integrierte Versorgungsstrukturen durch den Aufbau eines definierten Sektor übergreifenden Behandlungskorridors in den Ebenen Hausarzt - diab. SPP – stationärer Bereich. Die Teilnahme der Patienten erfolgte freiwillig auf der Basis von Einschreibungen. Mit der wissenschaftlichen Auswertung wurde ein unabhängiger Gutachter beauftragt.
Die bisher vorliegenden Ergebnisse beweisen, dass die Versorgung von Diabetikern im Modell verbessert werden konnte. Für alle Diabetikergruppen konnten die mittleren HbA1c-Werte abgesenkt werden, insbesondere bei sehr hohen Ausgangswerten. Der BMI-Index konnte stabilisiert werden, es erfolgte also keine Gewichtszunahme der Behandelten. Selbst das Auftreten schwerer Hypoglykämien konnte im Zeitablauf weiter gesenkt werden. Nur bei einem sehr geringen Anteil von Patienten sind diabetische Folgeerkrankungen wie Erblindungen, Nierenversagen, Amputationen festgestellt wurden.
Ursachen für diese erfreuliche Bilanz sind insbesondere in der Vernetzung der Versorgungsstrukturen zu suchen, die zur Qualitätssteigerung in der Behandlung von chronisch Kranken geführt hat.
Das Diabetesprojekt in Sachsen-Anhalt hat den Nachweis erbracht, dass bei koordinierter Zusammenarbeit der Ärzteschaft, der Krankenhäuser, der Reha-Einrichtungen, der Betroffenen sowie der Krankenkassen eine Verbesserung der Versorgungssituation der Diabetiker im Land erreicht werden konnte. Die überaus positiven Erfahrungen zeigen, wie wichtig eine zielgerichtete Behandlung zur Vermeidung von Komplikationen ist. Mit dem Projekt wurden insgesamt 70 % der in den Modellregionen lebenden Diabetiker erreicht – dies spricht zudem für die hohe Akzeptanz der Betroffenen und unterstreicht gleichzeitig die Dringlichkeit solcher Projekte. So hat sich in der Modellregion die Versorgung der Diabetiker eindeutig verbessert. Positiv anzumerken ist, dass der Deutsche Diabetiker Bund als größte Selbsthilfeorganisation für Diabetes von Anfang an in das Projekt einbezogen war. Zur Betreuung der Diabetiker in den einzelnen Versorgungsebenen wurden Behandlungskorridore vorgegeben. Diese beinhalteten festgelegte Überweisungskriterien zwischen den beteiligten Leistungserbringern. Jeder Patient wurde auch mit einem Diabetikerpass, der regelmäßig mit allen wichtigen Daten geführt wurde, versorgt.
• DMP
Die AOK und IKK Sachsen-Anhalt haben im Dezember gemeinsam mit der KV Sachsen-Anhalt den bundesweit ersten Vertrag für die Durchführung eines DMP für das Krankheitsbild Diabetes mellitus Typ 2 unterschrieben. Anknüpfend an die guten Ergebnisse des Modellprojektes Diabetes soll die nun eindeutig verbesserte Versorgung allen Diabetikern angeboten werden. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die geplanten DMP’s in der Praxis bewähren werden, da es sichtliche Diskrepanzen zu den Nationalen Versorgungsleitlinien Diabetes der DDG gibt.
Unsere Forderung an das DMP „Typ 2 Diabetes mellitus“ ist, dass diese auf den Erfahrungen aus dem Modellprojekten aufbauen, denn nur dann ist es möglich, sinnvolle und Praxis realistische DMP’s einzuführen.
• Zur Mitgliederversammlung der DGSA am 9.11.2002 im Rahmen der 3. wissenschaftlichen Jahrestagung in Magdeburg konnte das erste regionale Mitteilungsblatt der DGSA vorgestellt werden.
Schwerpunkte des Mitteilungsblattes waren:
o Darstellung der Ziele und Aufgaben der Gesellschaft,
o Vermittlung von Diabetesproblemen auf lokaler und globaler Ebene,
o Informationen über Fortbildungen, terminliche Vereinbarungen,
o Vorstellung einzelner Schulungs- und Behandlungszentren,
o Diskussion berufspolitischer Probleme.
• Mit sehr viel Aufwand und Mühe wurde im Dezember 2002 an der Erarbeitung einer eigenen Homepage der DGSA gearbeitet. Diese wird in wenigen Tagen ans Netz gehen. Damit wird auch das Mitteilungsblatt abgelöst bzw. ersetzt.
• Die Mitglieder der DGSA stimmten dafür, bei einer eventuellen Auflösung der Gesellschaft das Vermögen als Spende für das DDU-Projekt „Insulin zum Leben“ zu verwenden.
• Spende der DGSA an die Diabetesklinik in Hohenmölsen für Kuren diabetischer Kinder – dieses Geld wurde zur Anschaffung von Fahrrädern benutzt, damit sich die Kinder während ihres Klinikaufenthaltes bessern sportlich betätigen können.
• Die DGSA beschloss einstimmig, mit einer Spende den Landesverband Sachsen-Anhalt des DDB e.V. zu unterstützen.
• Ausbildung von Diabetesassistenten in Hohenmölsen
• Prüfung von Klinikärzten zum Diabetologen DDG nach dem Alternativcurriculum
• Teilnahme an den Treffen der Regionalgesellschaften (13.3./19.9./29.11.)
• Durchführung bzw. Mitorganisation von Veranstaltungen o Diabetestag Sachsen-Anhalt am 27.2. in Magdeburg
o Diabetestag in Bad Suderode am 30.5. (mit Selbsthilfegruppen)
o Diabetestag in Quedlinburg am 8.6.
o Pflichtweiterbildung von Diabetes-Beraterinnen und Assistentinnen/Assistenten
o Treffen der Klinikärzte am 25./26.10. in Hohenmölsen
o Diabetesbetreuung im Brennpunkt am 2.11. in Magdeburg (mit DDB)
o Regelmäßiges Treffen und Weiterbildung der diabetologischen SPP (4x/a)
o Regionale Hausärztezirkel (Treffen HÄ und SPP)
i. A. der DGSA
Dr. Silvia Hildebrandt
Musestieg 28
06502 Thale
Tel.: 03947/5515
Fax: 03947/64000
| Weiterempfehlen |



www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de


