Mitglieder:
Dr. med. Hermann Finck, Fulda (kommissar. Vorsitzender und Vertreter des DDB)
Prof. Dr. med. Reinhard Holl, Ulm (Vertreter des BdKJ)
Dr. med. Jürgen Hoß, Krefeld
Dr. med. Peter Hübner, Bad Neuenahr
Dr. med. Kurt Rinnert, Erftstadt-Liblar
Dr. med. Markus Salomon, Hamburg
Wolfgang Schütt, Eckernförde (Vertreter des VDBD)
Jürgen Dehn, Rotenburg / Wümme (Jurist)
Dr. med. von Kriegstein, Bad Bevensen (Gaststatus)
Oliver Ebert, Stuttgart, Rechtsanwalt
Im Jahre 2009 wurden folgende Themen vom Ausschuss Soziales beraten und bearbeitet:
- Diabetes und Fahrtauglichkeit / Kraftfahrereignung
- Diabetes und Beruf
- Diabetes und Behinderung / Schwerbehinderung
- Integration von Kindern mit Diabetes in Kindergarten und Schule
Verkehrsmedizinische Aspekte
In einem Expertengespräch mit Vertretern des Bundesverkehrsministeriums und der Bundesanstalt für Straßenwesen sowie des Ausschusses Soziales der DDG waren in Vorbereitung auf die Überarbeitung der „Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung“ -Kapitel „Diabetes“- die Leitsätze zum Thema Diabetes und Fahreignung entworfen worden. Die Leitlinien sollen übersichtlicher und nutzerfreundlicher werden und sie müssen konform mit der europäischen Führerscheinrichtlinie als Rahmenrichtlinie und im Konsens mit der nationalen Fahrerlaubnisverordnung (FeV) sein sowie den Erkenntnisstand der Fachgesellschaft hinsichtlich der krankheitsbedingten Funktionsausfälle mit Einfluss auf die Fahreignung berücksichtigen. Die überarbeitete EU-Richtlinie über den Führerschein ist im August 2009 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden. Danach kann Personen mit Diabetes eine Fahrerlaubnis zum Führen von Fahrzeugen sowohl der Gruppe 1 (Motorrad, PKW) als auch der Gruppe 2 (LKW, Omnibus, Fahrgastbeförderung) unter bestimmten Bedingungen erteilt oder erneuert werden. Bei der notwendigen ärztlichen Beurteilung und Begutachtung stehen die mit Hypoglykämien verbundenen Risiken stärker als bisher im Focus und es darf Bewerbern oder Fahrzeugführern mit wiederholter schwerer Hypoglykämie und/oder Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung eine Fahrerlaubnis weder erteilt noch erneuert werden. Zuckerkranke Fahrzeugführer sollen zeigen, dass sie die mit Hypoglykämien verbundenen Risiken verstehen und ihren Zustand angemessen beherrschen und es muss eine angemessene Überwachung der Krankheit durch regelmäßige Blutzuckertests nachgewiesen werden, die mindestens zweimal täglich sowie zu den für das Führen eines Fahrzeugs relevanten Zeiten vorgenommen werden.
Die verkehrsmedizinische Begutachtung von Diabetikern muss an anderer Stelle gesondert berichtet und dargestellt werden.
Weiterentwicklung und Verbreitung der „Empfehlungen zur Beurteilung beruflicher Möglichkeiten von Personen mit Diabetes“
Die „Empfehlungen zur Beurteilung beruflicher Möglichkeiten von Personen mit Diabetes“ sind auf der Homepage der DDG als pdf-file zum Herunterladen zugänglich, ein Sonderdruck wurde durch Unterstützung der Dr. UdT./Dr. med.hc.Heinz Bürger-Büsing-Stiftung ermöglicht.
Die Bemühungen des Ausschusses Soziales zielen darauf hin, die weit verbreitete Negativ-Wahrnehmung des Diabetes in der Öffentlichkeit, aber auch bei Arbeitgebern, Unternehmern und in Personalabteilungen des öffentlichen Dienstes positiv zu beeinflussen und andererseits die deutlich verbesserten Möglichkeiten von Menschen mit Diabetes im Arbeitsleben darzustellen. Dabei kommt der Konsultation von Diabetologen im Rahmen von arbeitsmedizinischen Beurteilungen und der Verbesserung der Zusammenarbeit von Diabetikern und Hausarzt bzw. Diabetologen und dem Betriebsarzt eine besondere Bedeutung zu.
Diabetes und Behinderung/Schwerbehinderung und Berichte aus der Rechtssprechung:
Zahlreiche Anfragen beim Ausschuss Soziales der DDG betreffen die Bewertung des Grades der Behinderung im Rahmen des Schwerbehindertenrechts. Besondere Brisanz erhielt das Thema nach dem Urteil des Bundessozialgerichts vom April 2008 und es wurden daraufhin für die ärztliche Gutachtertätigkeit im Schwerbehindertenrecht die sog. „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“ erarbeitet und die Versorgungsmedizin-Verordnung ist zum 01.01.2009 in Kraft getreten. Über die Bewertung des Diabetes mellitus wird an anderer Stelle detailliert Bericht erstattet werden.
Sozialmedizinische Aspekte der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus in Kindergärten und Schulen
In Kindergärten und Schulen erfahren Kinder und Jugendliche mit Diabetes häufig eine Sonderbehandlung teils mit Ausschluss von schulischen Aktivitäten. Hier besteht Handlungsbedarf hinsichtlich der Information und Schulung von Erziehern und Lehrern. Es soll versucht werden, über die Kultusministerkonferenz letztendlich zu einer bundeseinheitlichen Regelung zu kommen. Bei der Integration von Kindern mit Diabetes gibt es häufig dann Schwierigkeiten, wenn dies Auswirkungen auf den Personalbedarf hat.
In vielen Fällen kann Abhilfe geschaffen werden, wenn es gelingt, durch eine Integrationskraft/ Integrationshilfe dem Betreuungsmehrbedarf gerecht zu werden.
Den Höhepunkt der Arbeit im Ausschuss Soziales stellte das sehr gut besuchte Symposium des Ausschusses im Rahmen der DDG-Jahrestagung 2009 in Leipzig mit folgenden Themen dar:
Die sozialmedizinische Betreuung der Diabetiker gestern, heute, morgen
(Referent: R. Petzoldt, Bad Oeynhausen)
Diabetes und Beruf - Die Berufsempfehlungen des Ausschuss Soziales
(Referent: K. Rinnert, Köln)
Sozialpädiatrische Aspekte beim Diabetes mellitus
(Referenten: R. Holl, Ulm, J. Lecheler, Berchtesgaden)
Diabetes und Fahrtauglichkeit / Kraftfahrereignung
(Referenten: M. Salomon, Hamburg, J. Hoß, Krefeld)
Im Rahmen des Symposiums wurde die Preisverleihung des Intiativpreises der Dr. U.d.T. Dr. med. h.c. Heinz-Bürger-Büsing-Stiftung zur speziellen Förderung vernachlässigter Bereiche in der Diabetologie durch Frau Tamara Bacon Lara, Kuratoriumsvorsitzende der HBB-Stiftung vorgenommen. Die Preisverleihung hat alle Mitglieder des Ausschusses Soziales mit großem Dank und angesichts der damit einhergehenden großen Anerkennung ihrer Arbeit im Ausschuss mit Freude erfüllt.
Personalia:
Herr Oliver Ebert, Rechtsanwalt in Stuttgart wurde als Experte für rechtliche Fragen in den Ausschuss aufgenommen.
Herr Dr. Peter Hübner, Bad Neuenahr wurde als Experte für den Bereich Rehabilitationsmedizin in den Ausschuss aufgenommen.
Der Ausschuss begrüßt ausdrücklich, dass die bisherige Zusammensetzung des Ausschusses mit Delegierten der verschiedenen Herkunftsorganisationen DDG, DDB, BdKJ, VDBD ein erfolgreiches Modell auch für die weitere Zusammenarbeit darstellt.
Dr. med. Hermann Finck
kommissar. Vorsitzender des Ausschusses Soziales der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
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