Tätigkeitsbericht 1999
Das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft und einem deutlichen Mitgliederaufschwung.
Die Mitgliederliste wurde auf Beschluß der letzten Mitgliederversammlung aktualisiert. Um die Portokosten in einem überschaubaren Rahmen zu halten, wurde eine große Anzahl von Mitgliedern von der Mitgliederliste gestrichen, die sich auf den zweimaligen Aufruf nach Aktualisierung ihrer Daten nicht rückgemeldet hatten. Eine Wiederaufnahme in den Verteiler ist auf Antrag beim Sprecher der Arbeitsgemeinschaft jederzeit möglich. Dem standen 32 Neuaufnahmen entgegen, so daß der aktuelle Mitgliederstand bei 170 Mitgliedern liegt.
Zu Jahresbeginn trat das neue Psychotherapeutengesetz in Kraft, welches eine Gleichstellung von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten sowie die Eingliederung der psychologischen Psychotherapeuten in die Kassenärztliche Vereinigung zum Inhalt hat. Die AK-Leitung beantwortete eine Reihe von Mitgliederanfragen zur Approbation und stellte - entsprechend den Bestimmungen der einzelnen Regierungsbezirke - zahlreiche Bescheinigungen bezüglich der Teilnahme an den Jahrestagungen neu aus. Da zum gegenwärtigen Stand die bedarfsunabhängigen und -abhängigen Zulassungen, wie auch Ermächtigungen/Sonderermächtigungen, durch die regionalen Zulassungsbehörden noch nicht abgeschlossen sind, läßt sich zum gegenwärtigen Stand noch nicht sagen, ob sich durch das Gesetz die psychotherapeutische Versorgung für Menschen mit Diabetes verbessern wird. Zum gegenwärtigen Stand ist dies aufgrund einer sehr restriktiven Praxis der Zulassungsausschüsse jedoch leider nicht zu erwarten bzw. höchstens auf wenige Regionen begrenzt.
Wichtigster Arbeitsschwerpunkt des vergangenen Jahres war die Realisierung der Weiterbildungsmaßnahme zum/zur "Fachpsychologen/in Diabetes (DDG)". Der Vorstand der DDG beschloss auf seiner Sitzung im Januar 1999 die Annahme des Vorschlages der Arbeitsgemeinschaft, die im Vorfeld bereits durch den Ausschuss "Schulung und Weiterbildung" empfohlen wurde. Entgegen der ursprünglichen Version, beschloss der Vorstand der DDG, auf Grund der erwarteten geringeren Anzahl von Weiterbildungskandidaten nicht, wie bei der Weiterbildung zum Diabetologen DDG, einen eigenen Ausschuss zu bilden, sondern die Verantwortlichkeit der Arbeitsgemeinschaft zu übertragen. Zudem wurde die Mitgliedschaft in der DDG als Voraussetzung für die Zertifizierung zum/r "Fachpsychologen/-in" gefordert.
Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 13.5.1999 im Anschluß an das Vorsymposium in Frankfurt anlässlich der Jahrestagung der DDG wurde bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme die Weiterbildungsordnung angenommen.
Innerhalb unserer Arbeitsgemeinschaft wurde ein Ausschuß "Fachpsychologe/in DDG"bestimmt, der für die Organisation und Durchführung der Weiterbildung verantwortlich ist. Auf der Mitgliederversammlung in Frankfurt erfolgte die Wahl der 5 Ausschußmitglieder: Er besteht für die nächsten 3 Jahre aus folgenden Mitgliedern:
- Dr. rer.soc. Dipl.-Psych. Karl-Eugen Graf (Bad Mergentheim)
- Dr. Dipl.-Psych. Karin Lange (Hannover)
- Dipl.-Psych. Peter Mattenklodt (Bad Mergentheim)
- Dr. Dipl.-Psych. Dietlinde Nord-Rüdiger (Lindenfelds)
- Dipl.-Psych. Susan Woods-Büggeln (Kiel)
Alle Anfragen/Unterlagen in Zusammenhang mit der Weiterbildung zur/m Fachpsychologen DDG sind an den Vorsitzenden der Fachkommission zu schicken:
Dipl.-Psych. Peter Mattenklodt
Diabetes Zentrum Mergentheim
Theodor-Klotzbücher-Str. 12
97980 Bad Mergentheim
Tel: 07931/594-547
Fax: 07931/594-89-547
e-mail: mattenklodt@diabetes-zentrum.de
Bis zum Jahresende wurden bisher 41 Anträge gestellt.
Der Ausschuss empfahl dem Vorstand, die Aufnahme von Frau Dr. Karin Lange als Delegierte der Arbeitsgemeinschaft für Psychologie und Verhaltensmedizin in den Ausschuss "Diabetologe DDG", um eine möglichst nahe Anbindung an die Ausbildung zum Diabetologen DDG zu gewährleisten. Dies wurde in dieser Form vom Vorstand der DDG in der 148. Sitzung in dieser Weise beschlossen.
Bezüglich der Weiterbildungskosten kam der Ausschuß zu der Meinung, daß sich die Weiterbildung finanziell selbst tragen soll. Es wurden daher folgende Gebühren festgesetzt:
- Gebühr für die Antragsbearbeitung: DM 80,-. Diese Gebühr ist Voraussetzung für die Bearbeitung eines Antrags und ist sowohl bei einem positiven wie auch bei einem negativen Bescheid zu entrichten.
- Gebühr für die Teilnahme an einem 16 stündigen Seminar incl. Prüfung: DM 400,-. Die Gebühr ist mindestens 4 Wochen vor dem Seminartermin zu entrichten; sie umfasst nicht Unterkunft und Verpflegung.
Die vom Vorstand geforderte Mitgliedschaft in der Deutschen Diabetes Gesellschaft für die Anerkennung als "Fachpsychologe/in DDG" wird zwar als sinnvoll angesehen, wirft aber in der Praxis große Probleme auf, da die Aufnahme von Psychologe/Pädagogen in die DDG in der Satzung nicht eindeutig geregelt ist. In Absprache mit dem Vorstand wurde daher beschlossen, auf der nächsten Mitgliederversammlung einen entsprechenden Antrag auf Satzungsänderung einzubringen, der dies eindeutig regelt.
Als Frist für die übergangsregelung nach der Weiterbildungsordnung gilt der 13.5.2000. Bis zu diesem Termin bietet die Arbeitsgemeinschaft 3 Seminare an:
- Seminar 2 (26./27.11.1999)
Leitung: Dr. Dipl. Psych. Axel Hirsch (Hamburg), Dipl. Psych. Susan Woods-Büggeln (Kiel), Ort: Hamburg - Seminar 4 (6./7.2.2000)
Leitung: Dr. Dipl. Psych. Karin Lange (Hannover), Dipl. Psych. Klaus Martin Roelver (Quakenbrück), Ort: Hannover - Seminar 3 (12./13.5.2000)
Leitung: Dr. Dipl. Psych. Eugen Graf (Bad Mergentheim), Dipl. Psych. Natalie Heinermann (Nürnberg), Ort: Bad Mergentheim
Der Psychotherapieführer mit Adressen von Psychotherapeuten, die Erfahrung mit dem Krankheitsbild Diabetes haben, erfreut sich sehr grosser Beliebtheit und wurde 1999 bereits in der 4. Auflage (erneut 500 Exemplare) unter der Federführung von Herrn Dr. Axel Hirsch aktualisiert (z.B. Approbation, Kassenzulassung) und neu gedruckt. Interessenten können den Führer kostenlos (3 DM Porto bitte beifügen) bei Dr. Axel Hirsch (Bethanien Krankenhaus Hamburg) oder den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft anfordern.
Traditionell gut besucht (ca. 400 Zuhörer) war das Vorsymposiums der Arbeitsgemeinschaft auf der DDG-Jahrestagung in Frankfurt zum Thema "Psychologische Aspekte von Folgeerkrankungen". Die Resonanz auf das Vorsymposium war überwiegend sehr positiv. Besonders gewürdigt wurde das strikte Zeitmanagement der Vorsitzenden (Dr. Bertil Oser und Susan Woods) und die Prägnanz der Beiträge. Kritisch wurde von vielen Teilnehmern angemerkt, die extra zu dieser Veranstaltung und der anschliessenden Mitgliederversammlung nach Frankfurt kamen, daß erstmals auch für den Besuch der Vorsymposien Eintritt gezahlt werden mußte, die Arbeitsgemeinschaft jedoch im Gegenzug keinerlei Unterstützung bei den Ausgaben für die Referenten (z.B. Flug und Unterkunft für Prof. Peyrot, USA) bekam. Einige Referate erscheinen zusammenfassend in einer vierteilige Serie im "Diabetes Schulungsprofi".
Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (DP Küstner: "Ernährung", "Dokumentation, Qualitätssicherung und Informationstechnologien"; DP Lange "Diabetologe DDG"; DP Kulzer "Schulung und Weiterbildung") waren im Berichtszeitraum in verschiedenen Gremien der DDG tätig. Dr. Axel Hirsch arbeitet im Vorstand der europäischen Sektion der Psychologe im Diabetesbereich (EASD) mit. DP Kulzer und DP Dr. Hermanns hielten im letzten Jahr den Kontakt zu den amerikanischen Kollegen und nahmen als Referenten an der "Invitational conferece on behavioral research in diabetes mellitus" (Acapulco) teil.
Um psychologische Aspekte des Diabetes auch für Praktiker transparenter zu machen, erarbeitet die Arbeitsgemeinschaft ein Buch (Arbeitstitel "Diabetes und Psychologie") das Mitte 2000 im Kirchheim-Verlag erscheinen soll.
Die traditionelle - bereits 17. - Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft fand vom 1.10.1999 - 3.10.2000 in Mainz unter der ausgezeichneten Leitung und Organisation von Frau Dipl. Psychologin Eva Küstner in Mainz zum Thema "Psychosoziale Aspekte der Diabetesschulung" statt. Rund 70 Teilnehmer diskutierten hier sehr engagiert über moderne Formen der Diabetesschulung.
In einem Brief an Herrn Prof. Scherbaum hat die Arbeitsgemeinschaft ihre Bereitschaft zur Mitarbeit an der Erstellung von Leitlinien angeboten, was von diesem positiv beschieden wurde. Eine ad-hoc-Arbeitsgruppe (Hirsch, Küstner, Laß, Hentzelt) hat daraufhin eine Stellungnahme zu den bisherigen Leitlinien formuliert und als Diskussionsbeitrag der Arbeitsgemeinschaft formuliert. Bei der Erstellung der Leitlinien kann teilweise auf die Vorarbeiten der Arbeitsgruppe um Dr. Herpetz (Essen) zurückgegriffen werden, die bereits für die DGPM Leitlinien für den Bereich Psychologie und Diabetes erstellen.
Unter der Federführung von Dipl. Susan Woods wurde einer ad-hoc Gruppe (Woods, Hottenbacher, Kulzer, Lange, Leludas, Petersen, Tost) mit dem Auftrag gegründet, nach dem Beispiel der britischen Kollegen ein Positionspapier darüber zu erstellen, wie die psychosoziale Versorgung von Menschen mit Diabetes nach unserer fachlichen Meinung aussehen sollte.
Zukünftige Termine: Das Vorsymposium der Arbeitsgemeinschaft auf der kommenden Jahrestagung in München findet am 31. Mai 2000 von 8.00 - 10.30 zum Thema "Schulung 2000: Patientenorientierte Schulungs- und Behandlungskonzepte" statt.
Die 18. Arbeitstagung findet vom 13.-15. 10. 2000 in Tübingen als gemeinsame Veranstaltung mit der 8. Tübinger Kinderdiabetologietagung (Dr. Neu) unter Leitung von Dr. Emilio Serra zum Thema "Jugendliche mit Diabetes" statt. Nähere Informationen bei: Dr. Dipl.-Psych. Emilio Serra, Universitätskinderklinik Tübingen, Rümelin-Str. 23, 72070 Tübingen; Tel.: 07071/29 83 409, Fax: 07071/29 44 48.
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