Tätigkeitsbericht 2003
Vielfältige Aktivitäten zur Verbesserung der Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes und eine Neuwahl des Vorstands haben die Tätigkeit der AGPD im Jahr 2003 geprägt. Entsprechend der im Jahr 2002 beschlossenen neuen Geschäftsordnung der Arbeitsgemeinschaft wurden bei der Mitgliederversammlung während der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Bremen 2003 sechs statt bisher vier Vorstandsmitglieder gewählt: Sprecher ist jetzt Prof. Dr. T. Danne aus Hannover, im Vorstand sind weiterhin tätig: Dr. W. Marg, Bremen (Stellvertreter), PD Dr. P. Beyer, Oberhausen, Dr. R. Lepler, Hamburg, PD Dr. A. Neu, Tübingen (Schriftführer), Frau Diabetesberaterin DDG M. Petersen, Lübeck (Vertreterin der nicht-ärztlichen Berufsgruppen), und Dr. R. Ziegler, Münster (Schatzmeister).
Zwei Symposien zur pädiatrischen Diabetologie wurden auf den Jahrestagungen der beiden Muttergesellschaften durchgeführt: bei der 38. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Bremen ein Symposium zum Thema „Typ 2 Diabetes bei Kindern und Jugendlichen“ und bei der 99. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ) in Bonn zum Thema „Typ 1 Diabetes: Neue Therapieansätze aus der Grundlagenforschung“.
Insgesamt wurden inzwischen 11 Statements zur pädiatrischen Diabetologie verabschiedet, die auf der Web-Seite der AGPD www.diabetes-kinder.de einsehbar und herunterladbar sind. In diesem Jahr wurde das Statement „Insulinpumpentherapie (CSII) bei Kindern und Jugendlichen mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus“ entwickelt und verabschiedet.
Ende 2003 wurde zum dritten Mal nach 1993 und 1998 die Umfrage zur Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes deutschlandweit durchgeführt. Die regelmäßigen Auswertungen im Rahmen der Qualitätskontrolle mit dem DPV-Programm und die wissenschaftlichen Auswertungen mit der Initiative „DPV-Wiss“ unter der Leitung von Prof. Dr. R.W. Holl, Ulm, werden unverändert fortgesetzt. Gegenwärtig nehmen über 100 pädiatrische Diabeteseinrichtungen an der QS-DPV Initiative teil, und es werden Daten von über 10.000 Patienten dokumentiert. Viele regionale Qualitätszirkel für Pädiatrische Diabetologie werden von AGPD-Mitgliedern organisiert und sind auf www.diabetes-kinder.de verzeichnet.
Nachdem die Arbeitsgemeinschaft bereits eine deutsche Übersetzung der Konsensus-Richtlinien der internationalen kinderdiabetologischen Gesellschaft ISPAD vorgelegt hat, erfolgten Ende 2003 die Erstellung evidenzbasierter Leitlinien im Rahmen der Leitlinieninitiative der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.
Weitere Aufgaben umfassten die Berücksichtigung der pädiatrischen Belange bei der Erstellung von Disease-Management-Programmen sowie die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung in Zusammenarbeit mit dem DPV-Projekt und den regionalen und überregionalen Organisationen des Qualitätsmanagements. So ist es z. B. durch die AGPD-Initiative gelungen, dass in den am 15.12.2003 beschlossenen Empfehlungen des Koordinierungsausschusses gemäß § 137 f Abs. 2 SGB V für ein Disease Management Programm Typ 1 Diabetes festgehalten ist, dass die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes bis zum 16. Lebensjahr grundsätzlich (bis zum 21. Lebensjahr fakultativ) von einem pädiatrischen Diabetologen/Einrichtung koordiniert wird.
Neben der Mitwirkung bei der Einführung des DMP Typ 1 sind weitere Vorhaben der AGPD eine Erstellung und Evaluation eines bundesweiten Schulungsprogramms zur Insulinpumpentherapie im Kindesalter, eine Strukturierung und Evaluation der Elternschulung, eine Überarbeitung der Schulungsprogramme für Kinder und Jugendliche, ein Statement zur Versorgung in Kindergärten und Schulen, ein Statement zur Kontrazeption sowie die Entwicklung der Weiterbildung zum Diabetologen bzw. zum Kinderendokrinologen und -Diabetologen in Zusammenarbeit mit den Muttergesellschaften DDG und DGKJ sowie der Arbeitsgemeinschaft pädiatrische Endokrinologie (APE). Auf diesem Weg werden eine engere Zusammenarbeit der Vorstände von AGPD und APE und gemeinsamer Fort- und Weiterbildungsaktivitäten für die Zukunft angestrebt.
Um die vielen anstehenden Aufgaben effizient und für alle aktuell einsehbar bewältigen zu können, bemühen wir uns um die Entwicklung einer besseren Kommunikationsstruktur unter den Mitgliedern der AGPD mit Hilfe der neuen Medien (Internet, e-mail). Wir hoffen auf eine bessere Aktivierung der bereits fast 500 Mitglieder und eine weitere Steigerung der Mitgliederzahl, damit die zentralen Ziele der Arbeitsgemeinschaft noch besser und effektiver erreicht werden können: Förderung der Wissenschaft (klinische und Grundlagenforschung), Verbesserung der Versorgungssituationen der betroffenen Kinder und Ihrer Familien und Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für Kinder und Jugendliche mit Diabetes in Deutschland. Abschließend möchte ich allen Mitgliedern der AGPD danken, die durch ihr Engagement die Vielzahl von Aktivitäten und positiven Entwicklungen ermöglicht haben.
Prof. Dr. med. Thomas Danne,
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Janusz-Korczak-Allee 12
30173 Hannover
Tel. 0511-8115-340
Fax: 0511-8115-344
e-mail: danne@hka.de
| Weiterempfehlen |



www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
