Jahrestagung 1998
Im Jahr 1998 fand das jährliche Treffen der Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie in Dresden zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin statt. Die Themen umfaßten Prävention, Stoffwechseleinstellung und Hyperlipidämie bei Typ-I-Diabetes, Betreuungsansätze bei psychosozialen Problemen und verhaltensorientierte Ansätze in der Schulung. Daneben wurden neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie und Therapie der Nesidioblastose und der Diabetes bei Neugeborenen und bei Patienten mit Mukoviszidose thematisiert. Im Anschluß an die Jahrestagung fand die diesjährige Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft statt, Herr Dr. Lang aus Coesfeld wurde für weitere 2 Jahre in den Beirat gewählt. Die Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie hat aktuell 285 Mitglieder.
Anerkennung als pädiatrische Behandlungs- und Schulungseinrichtung:
Der Beirat nimmt regelmäßig zu den pädiatrischen Anträgen auf Anerkennung als Schulungseinrichtung Stellung. Nicht immer war es möglich ein positives Votum auszusprechen, was oft auf unvollständig ausgefüllte Anträge zurückzuführen ist. Alle Mitglieder des Beirates bemühen sich intensiv um eine ausgewogene und faire Würdigung jedes Antrages. Aktuell haben etwa 25 pädiatrische Zentren die Anerkennung, die nach den neuen Richtlinien alle 3 Jahre (alte Richtlinien alle 2 Jahre) erneuert werden muß. Anerkannte Schulungszentren werden in den ”Diabetologie-Informationen” veröffentlicht. Eindringlich appelliert werden soll an die Zentren, deren Anerkennung abgelaufen ist, den Titel fairerweise auch nicht mehr zu gebrauchen. über einige Anträge wurde noch nicht entgültig entschieden, da benötigte Unterlagen noch fehlen. Der Beirat der AGPD ermutigt alle interessierten Zentren, die Anerkennung anzustreben um die Qualität der geleisteten Arbeit nach außen zu demonstrieren. Zertifizierungen der Strukturqualität werden in Zukunft sicher eine noch größere Bedeutung erlangen.
Verlautbarungen
Auch 1998 nahm die Arbeitsgemeinschaft zu wichtigen Fragen Stellung, mit Zustimmung des Vorstandes der DDG wurde zu
"Untersuchungen auf diabetische Folgeerkrankungen an Auge, Nieren und Nerven bei pädiatrischen Diabetespatienten" Stellung
genommen (siehe Diabetologie-Informationen 20, Heft 2, Seite 124 - 127, 1998). Dieses Statement ist auch mit den entsprechenden
Empfehlungen der AG Diabetes und Auge (Leitfaden zur diabetischen Retinopathie und Makulopathie, Diabetologie-Informationen 20 (3),
240 - 250, 1998) abgestimmt. Da es nicht immer einfach ist, die aktuellen Statements und Verlautbarungen der AGPD verfügbar zu haben,
wurden diese in einer Broschüre zusammengefaßt. Diese Broschüre kann beim Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie
bestellt werden.
Um in der aktuellen Diskussion um Strukturverträge sowie ambulante und stationäre Betreuungsmodelle für Diabetespatienten auf die
besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen hinzuweisen, hat der Beirat der Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie
einen Brief an alle Entscheidungsträger der Krankenkassen verfaßt. Das Echo war überaus positiv, zahlreiche Kassen haben sich gemeldet
und ihr Interesse an einer bestmöglichen Versorgung dieser Patientengruppe geäußert.
1999 wird erstmals der Förderpreis Pädiatrische Diabetologie für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit aus dem Bereich der
Diabetologie bei Kindern und Jugendlichen vergeben. Ziel ist es, die Diabetologie bei Kindern und Jugendlichen nach außen besser
darzustellen. Sowohl klinische als auch experimentelle Arbeiten können eingereicht werden. Die Arbeit muß an einer deutschsprachigen
Kinderklinik durchgeführt worden sein und darf zum Zeitpunkt der Einreichung nicht publiziert sein. Die Auszeichnung ist mit 15000 DM
dotiert und wurde von der Firma Hoechst Marion Roussel gestiftet. Herzlichen Dank für diese Aktivität. Der Preis kann geteilt werden, die
Verleihung wird jeweils auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie stattfinden. Der Antragsteller darf nicht
älter als 40 Jahre sein. Die Jury setzt sich zusammen aus dem Beirat, dem aktuellen und dem letzten Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für
Pädiatrische Diabetologie plus einem Vertreter der Firma Hoechst Marion Roussel. Bewerber senden bitte 8 Kopien der Arbeit zusammen
mit ihrem Lebenslauf bis zum 15. 3. 1999 (Eingang) an den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie.
Dank des besonderen Engagements von Herrn Dr. Lang, Coesfeld und Herrn Dr. Sczepanski, Osnabrück, und Herrn Prof. Henrichs,
Quakenbrück, findet 1999 ein "Fortbildungskurs klinische Diabetologie" mit Schwerpunkt auf kindlichem und jugendlichem Diabetes
mellitus in Münster statt. Der 80-Stundenkurs über klinische Diabetologie ist eine der Voraussetzungen für den Erwerb der Bezeichnung
Diabetologe DDG. Das Interesse hieran ist sehr groß, der Kurs ist bereits ausgebucht.
Auch für Kinderkrankenschwestern und Diätberaterinnen, welche die Bezeichnung "Diabetesberaterin DDG" anstreben,
wird es 1999 einen Kurs mit pädiatrischem Schwerpunkt geben. Anmeldungen hierfür bitte an Herrn Prof. Dreyer, Vorsitzender
des Ausschusses Schulung und Weiterbildung.
Eine Arbeitsgruppe, geleitet von Herrn PD Dr. Beyer, Oberhausen und Herrn Dr. Hottenbacher, Kassel hat sich intensiv mit der
Finanzierung der ambulanten Langzeitbetreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes befaßt und einen Vorschlag für eine
Fallpauschale erarbeitet. Weitere Informationen sind zu erhalten bei PD Beyer oder Dr. Hottenbacher, während des Diabeteskongresses in
Frankfurt nächsten Jahres soll dieses Thema ausführlich besprochen werden.
Herr Dr. Friedrich aus Ahlen hat eine Umfrage über pädiatrisch-diabetologische Qualitätszirkel durchgeführt und vorgestellt.
Herr Dr. Friedrich vermittelt gerne regionale Ansprechpartner an interessierte Kliniken.
Im vierten Jahr wird mittlerweile die Qualitätssicherungsinitiative der Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie fortgeführt,
im Oktober erfolgte die Datenauswertung für das erste Halbjahr 1998. Als neuer Ansatz zur Auswertung der "DPV"-Daten hat sich die
Initiative "DPV-Wiss" gegründet, mit dem Ziel einer wissenschaftlichen Auswertung der erhobenen Verlaufsdaten. 40 Kinder-kliniken
nehmen hier bereits teil, es wäre schön, wenn diese Zahl noch ansteigt. Jedes interessierte Zentrum kann seine Patienten-Verlaufsdaten
beisteuern und sich auch in die Diskussion um die Datenanalyse einbringen.
Um besser Informationen über die aktuelle Situation der pädiatrischen Diabetesbetreuung in Deutschland zu erhalten, wird die AGPD
auf Initiative von Herrn Dr. Stachow aus Sylt sowie Frau Dr. Lange und Herrn Prof. Hürter aus Hannover erneut eine Umfrage unter allen
deutschen Kinderkliniken durchführen. Erfaßt werden sollen insbesondere die strukturelle Ausstattung der Kinderkliniken und die ambulant
und stationär betreuten Patientenzahlen. über die Ergebnisse soll in Frankfurt im Mai 1999 berichtet werden.
Die nächste Jahrestagung und die Mitgliederversammlung der AGPD wird in Frankfurt (Messe) anläßlich des Diabeteskongresses am
Vormittag des 13. Mai 1999 (Himmelfahrt) stattfinden, das Schwerpunktthema wird der "Diabetes bei sehr jungen Kindern" sein.
Weitere pädiatrische Sitzungen während des Kongresses sind geplant. Vom 9.-12 September findet in München die Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin statt, hier werden "Sonderformen des Diabetes" als Schwerpunktthema
diskutiert werden.
Januar 1999
Sprecher und Beirat der Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie:
Frau Dr. Lange, Hannover, Frau Dr. Nietzschmann, Leipzig, Herr Prof. Borkenstein, Graz, Herr PD Holl und Herr Dr. Lang, Coesfeld
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