Jahresbericht 2000
Die Jahressitzung der Arbeitsgemeinschaft fand am 1. Juni 2000 im Rahmen des Diabetes- und Endokrinologiekongresses in München statt. Der Bericht über die bisherige Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft wurde angenommen.
Die Besprechung zukünftiger Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft stand im Vordergrund. Vor allen Dingen basiswissenschaftlich orientierte Arbeitsgruppen wären sehr interessiert an einem Zugang zu Genbanken zur Untersuchung von Genpolymorphismen. Mehrere Arbeitsgruppen verfügen über entsprechende Gensammlungen und würden diese im Rahmen von Kooperationen zur Verfügung stellen.
Es wurde eine Vielzahl von Genpolymorphismen publiziert, die eine Assoziation mit der Adipositas oder dem Diabetes mellitus besitzen sollen. Es wurde angeregt, im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft eine Zusammenstellung der publizierten Genpolymorphismen vorzunehmen, und Empfehlungen zu deren Wertigkeit im Rahmen der Allgemeindiagnostik zu erarbeiten.
Professor Joost bat darum, ihn von seinen Verpflichtungen als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft wegen seiner Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Diabetologie im Jahre 2001 zu entbinden.
Bezüglich der Durchführung genetischer Studien in Deutschland bestand Übereinstimmung darin, dass es sinnvoll und anstrebenswert wäre, Genbanken mit Zwillingen, Trios oder Kleinfamilien aufzubauen. Dies sollte nach Möglichkeit kooperativ erfolgen. Zumindest das Zusammenstellen von Geschwistern mit Typ 2 Diabetes sollte auch im Rahmen der Routine möglich sein. Ein entsprechender Aufruf könnte z.B. in den Diabetologieinformationen publiziert werden.
Es wurde besprochen, für das folgende Jahr (2001) ein Treffen zur Diskussion der Bedeutung von Genpolymorphismen, zur Ausarbeitung von Empfehlungen der Gendiagnostik bei dominant erblichen Diabetesformen, sowie die Bereitstellung von Fragebögen bzw. einer Excel-Tabelle über das Internet zum gemeinsamen Erstellen einer Datenbank von klinisch charakterisierten Diabetespatienten oder Geschwisterpaaren zu organisieren.
Im Rahmen des diesjährigen Diabeteskongresses wird es eine Hauptsitzung zur Genetik des Typ 2 Diabetes am Freitag, dem 25. Mai 2001, von 8-11 Uhr geben. In diesem Rahmen wird die Bedeutung von Polymorphismen, sowie der aktuelle Stand von internationalen Linkageanalysen zum Diabetes mellitus, ebenso wie die Ergebnisse von diabetischen Studien in Tiermodellen vorgestellt werden.
Prof. Dr. A.F.H. Pfeiffer
Sprecher
der Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik des Diabetes mellitus
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