Bericht des Sprechers:
Prof. Dr. M. Haslbeck/ München
Die Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Nervensystem“ wurde 1996 beim Jahreskongreß der DDG in Basel auf Anregung zahlreicher DDG-Mitglieder, interessierter Neurologen, an der Spitze Prof. Dr. B. Neundörfer, Erlangen, und mit besonderer Unterstützung des damaligen Präsidenten, Prof. Dr. H. R. Henrichs, Quakenbrück, gegründet und 1997 in das Vereinsregister in München eingetragen.
Entsprechend dem in der Satzung festgeschriebenen erstrangigen Ziel, der „Verbesserung und Sicherung der Versorgungsqualität von Patienten mit sensomotorischen und autonomen Neuropathien bei Diabetes mellitus“, wurden von der AG jährliche Symposien mit jeweils großer Beteiligung praktisch und wissenschaftlich tätiger Diabetologen durchgeführt. 1998 wurden vom Vorstand der DDG die Mitglieder der AG, Haslbeck, Luft, Stracke und Ziegler von Seiten der Diabetologie Neundörfer als Vertreter der Neurologie beauftragt, Leitlinien zu erstellen. Nach vorher publizierten Diskussionsentwürfen wurden die vom Vorstand der DDG genehmigten Endfassungen der beiden evidenzbasierten Leitlinien zur Diagnose, Therapie und Verlaufskontrolle der sensomotorischen (Publikation Mai 2000) sowie der autonomen diabetischen Neuropathie (Publikation Ende 2002) in einer bisherigen Auflage von 20 000 bzw. 9 000 Exemplaren veröffentlicht.
Die Aktivitäten der AG werden seit 1997 im Rahmen der jährlichen Berichte der Arbeitsgemeinschaften im Mitteilungsblatt der Deutschen Diabetes-Gesellschaft publiziert. Die Symposien, die bisher regelmäßig jeweils anlässlich der Jahrestagungen der DDG mit großer Zuhörerschaft stattgefunden haben, betrafen schwerpunktmäßig die aktuellen Möglichkeiten der Diagnose und Therapie sensomotorischer und autonomer Neuropathien sowie aller häufigen und selteneren Neuropathiemanifestationen am peripheren Nervensystem.
So wurden zum Beispiel beim letzten Symposium anlässlich der 38. Jahrestagung in Bremen im Mai 2003 mit dem Thema „Vielfalt klinischer Bilder der sensomotorischen Neuropathie“ unter dem Vorsitz von Prof. Dr. M. Haslbeck, München, und Prof. Dr. B. Neundörfer, Erlangen, die Möglichkeiten und Probleme insbesondere der apparativen Diagnostik sog. dünner (small fiber) und dicker (large fiber) Nervenfasern von kompetenten Referenten (M.-J. Hilz, Erlangen, K. H. Reiners, Würzburg) vorgetragen und diskutiert.
Weiterhin berichtete R. Baron (Kiel) über die Charakterisierung und Quantifizierung von Neuropathieschmerzen und C. Trenkwalder (Göttingen/ Kassel) über Diagnose, Differentialdiagnose und Therapie des Restless leg-Syndroms.
Nachdem alle bisherigen Symposien mit Problemen peripherer diabetischer Neuropathien befasst waren, wurde vom Beirat der AG nach dem Kongreß in Bremen 2003 dem geschäftsführenden Präsidenten der DDG, Prof. Dr. W. Kiess, und dem Präsidenten der 39. Jahrestagung 2004 in Hannover, Prof. Dr. Th. Danne, ein Symposium über „Diabetes und zentrales Nervensystem“ mit vier Themenkomplexen vorgeschlagen. In der ärztlichen Zeitschrift MMW-Fortschr. Med. wurde 2002 eine Serie zum Thema „Diagnostik und Therapie autonomer diabetischer Neuropathien“ begonnen, die 2003 abgeschlossen wurde. Ebenso wie bei den Leitlinien und Symposien ist es Ziel dieser Serie, das Wissen um die Diagnose und Therapie dieser sehr wichtigen Diabeteskomplikation zu vertiefen.
Die seit Gründung interdisziplinäre AG zwischen Diabetologen und Neurologen (satzungsgemäß muß im Beirat immer das Fach Neurologie durch einen Arzt für Neurologie vertreten sein) hat bei der Gestaltung der jährlichen Symposien und bei der Erstellung der Leitlinien immer auch andere medizinische Fachdisziplinen, wie insbesondere Gastroenterologie und Urologie, einbezogen. Derzeit besteht der Beirat der AG aus folgenden Mitgliedern: Prof. Dr. B. Neundörfer, Erlangen, war über viele Jahre Sprecher der AG „Autonomes Nervensystem“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und wurde 2003 auf eigenen Wunsch von Prof. Dr. M. J. Hilz, Erlangen, abgelöst. Prof. Dr. D. Ziegler (Düsseldorf) war bis August 2003 über 3 Jahre Chairman der Diabetic Neuropathy Study Group (NEURODIAB) der Europäischen Diabetes- Gesellschaft (EASD).
Bei der Mitgliederversammlung im Mai 2003 in Bremen wurden Prof. Dr. M. J. Hilz Erlangen) Prof. Dr. D. Luft (Tübingen) und Prof. Dr. D. Ziegler (Düsseldorf) in ihrem Amt bestätigt. Priv.-Doz. Dr. Th. Forst (Mainz) wurde neu in den Beirat gewählt. Prof. Dr. M. Haslbeck (München) ist weiterhin Sprecher der AG.
Im Sinne der Zielsetzung der Satzung wurde seit Gründung der AG die Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften intensiviert. Die AG ist über die DDG Mitglied der European Federation of Autonomic Societies (EFAS). Bisher haben vier internationale Symposien stattgefunden, wobei der 3. Jahreskongreß 2001 unter der Leitung von Prof. Dr. B. Neundörfer in Erlangen stattfand. An allen Veranstaltungen waren immer auch Mitglieder der AG aktiv beteiligt. Die enge Verbindung zur Neurologie zeigt weiterhin, dass der jeweilige Sprecher der AG „Diabetes und Nervensystem“ Mitglied des Beirats der AG „Autonomes Nervensystem“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ist. Bei einem Mitgliederstand von 48 im Mai 2003 ist zu wünschen, dass in Zukunft viele klinisch und insbesondere auch wissenschaftlich tätige Kolleginnen und Kollegen in die AG eintreten und tätig werden, da die diabetische Neuropathie zu den häufigsten, leider immer noch nicht ausreichend bekannten diabetischen Langzeitkomplikationen mit vielen ungelösten Fragen zählt.
In Anbetracht der zu erstellenden Jubiläumsbroschüre „40 Jahre DDG“ schien es sinnvoll, einen generellen Überblick über die bisherige Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft zu geben.
Bei der Mitgliederversammlung der AG anlässlich der Jahrestagung der DDG 2004 in Hannover wurde Herr Prof. Dr. med. Dan Ziegler, Düsseldorf, in Nachfolge von Herrn Prof. Dr. med. Manfred Haslbeck, München zum neuen Sprecher der AG gewählt.
(P. Bottermann, Pressesprecher)
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