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Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Schwangerschaft

Jahresbericht 2001

Im Februar 2001 veranstaltete die AG Diabetes und Schwangerschaft einen Experten-Workshop zum Gestationsdiabetes in Münster/Westfalen unter Beteiligung von Gynäkologen/Geburtshelfern, internistischen Diabetologen und Neonatologen. Hier wurde letzter fachlicher Feinschliff an den Empfehlungen zum Gestationsdiabetes angebracht. Weiter gab es Raum, die zahlreichen regionalen Aktivitäten zum GDM durch ihre Repräsentanten vorzustellen und zu diskutieren. Ein Höhepunkt der Tagung war der Vortrag von Herrn PD Dr.Andreas Plagemann von der Abteilung für Experimentelle Endokrinologie der Charité Berlin über die Probleme epigenetischer Effekte bei gestörtem Glukosestoffwechsel während einer Schwangerschaft. So konnten die Workshop-Teilnehmer in die Welt des "fetal programming" eintauchen.

Auf der 36.Jahrestagung der DDG in München wurden die von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin gemeinsam getragenen Emfpfehlungen zum GDM vorgestellt. Die Veröffentlichung schloß sich im August im FRAUENARZT und im Oktober in den DIABETOLOGIE INFORMATIONEN an. Der Vorstand der DDG hat noch eigene Anmerkungen zur Höhe des Nüchtern-Grenzwertes und der Anzahl der zu überschreitenden Grenzwerte angebracht. Die Empfehlungen können als Leitlinie Nr.057/008 (Entwicklungsstufe 1+IDA) bei der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) eingesehen und heruntergeladen werden (www.uni-duesseldorf.de/AWMF)

Auf ihrer Tagung im Juni 2001 hat die 74.Gesundheitsministerkonferenz der Länder auf Antrag von Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit 16/0/0 (!) Stimmen beschlossen, den Bundesausschuß für Ärzte und Krankenkassen zu ersuchen, in die Mutterschafts-Richtlinien als Leistung im Rahmen der Schwangeren-Vorsorge die Untersuchung zur Früherkennung eines GDM nach den Empfehlungen der AG Diabetes und Schwangerschaft der DDG einzubeziehen.

Der zuständige "Arbeitsausschuß Familienplanung" des Bundesausschuß Ärzte und Krankenkassen hat inzwischen eine eigene Arbeitsgruppe zum GDM gegründet und mit einer Entscheidung kann nun im Jahr 2002 gerechnet werden. Am 19.Februar 2002 hat der Sprecher der AG vor dem Arbeitsausschuß Familienplanung in Köln auf der Grundlage der in Schleswig-Holstein erhobenen bevölkerungs-bezogenen Daten zum GDM als Sachverständiger vorgetragen.

Im Januar 2001 fand in Bonn eine von Frau Sorger organisierte und moderierte Tagung zum Austausch über aktuelle wissenschaftliche Aktivitäten statt. Wir hoffen auf eine gute Teinahme für die nächste Veranstaltung dieser Art am ersten Dezember-Wochenende 2002 in Bremen.

Die Mitarbeit in internationalen Arbeitsgruppen ist intensiviert worden. Zu erwähnen ist die inzwischen gegründete International Association of the Diabetes and Pregnancy Study Groups (IADPSG), ein Zusammenschluß der einzelen Gruppen von verschiedenen Kontinenten (DPSG Europa, DPSG West USA, DPSG Japan, DPSG Australien und eine Gruppe aus Brasilien). Die European Association of Perinatal Medicine (EAPM) hat nun auch eine eigene Sektion Diabetes und Schwangerschaft. Das nächste Treffen der EAPM mit einem Symposium über Diabetes und Schwangerschaft wird im Juni 2002 in Oslo stattfinden.

Auf der 36.Jahrestagung der DDG in Aachen war die Neuwahl des neonatologischen Miglieds erforderlich, da Frau Prof.Jährig, Hannover, nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stand. Neu in das Board gewählt wurde Frau Dr.Barbara Linse, Städtisches Klinikum St.Georg Leipzig. Wir möchten Frau Prof.Jährig herzlich für die jahrelange Unterstützung des Boards danken und wünschen Frau Linse, daß sie für den Bereich Neonatologie neue Ideen und Impulse umsetzen kann.

Neben dem Symposium der AG Diabetes und Schwangerschaft fanden in Aachen sowohl die wissenschaftliche Sitzung zu den Themen Diabetes und Schwangerschaft als auch ein Internationales Symposium zum Gestationsdiabetes große Beachtung und zahlreiche Beteiligung. Besonders gefreut haben wir uns über die Zusagen von Prof.Moshe Hod/Petah Tikva und Porf.Siri Kjos/Los Angeles, die dem Jahreskongreß durch ihr Mitwirken und ihre Vorträge besondere Höhepunkte auf dem Gebiet von Diabetes und Schwangerschaft brachten.

Die Mitglieder des Boards wurden zu zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen zum Thema "Diabetes und Schwangerschaft" eingeladen, welches erfreulicherweise zunehmend Beachtung findet. An den Veranstaltungen nahmen in der Regel zahlreiche Kollegen teil, und gerade für die Probleme des Gestationsdiabetes finden wir bei Frauenärzten, Kinderärzten/Neonatologen und Hebammen große Resonanz. Weiterhin gingen über die Geschäftsstelle der DDG zahleiche Anfragen von Kollegen und Patientinnen ein, die beantwortet wurden. Letztlich nehmen die Board-Mitglieder als Experten an zwei Internet-Foren teil, die u.a. für die online-Beantwortung von Patientinnenanfragen eingerichtet sind oder den Kollegen Fachinformationen bieten.

Am 8.und 9.März fand in Hannover ein vom Board der AG organisierter Experten-Workshop zur Weiterentwicklung der "Empfehlungen zur Betreuung der Neugeborenen diabetischer Mütter" statt. Hierzu waren Vertreter aller beteiligten Fachgesellschaften anwesend. Wir werden in Kürze einen Entwurf zur Diskussion stellen können.

Auf der 37.Jahrestagung der DDG wird am Donnerstag, den 09.Mai 2002 in Halle 1, Saal 4, von 08:30 bis 10:30 Uhr das Symposium der AG zum Thema "Typ-1-Diabetes mellitus und Schwangerschaft" stattfinden. Die Mitgliederversammlung schließt sich von 12:30 bis 14:00 Uhr an. Am Samstag, den 11.Mai 2002 wird in Halle 1, Saal 5, ein Meet-The-Expert-Symposium zum Thema "Gestationsdiabetes als Teamwork" durchgeführt.



Ute M.Schäfer-Graf, Berlin
Helmut Kleinwechter, Kiel
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft


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