Jahresbericht 2000
Auf der 35.Jahrestagung der DDG in München wurde das Board der AG Diabetes und Schwangerschaft neu besetzt. Für Prof. Dr. Hellmut Otto, der nicht mehr kandidierte, wurde Frau Dr. Marianne Sorger, Medizinische Poliklinik der Universität Bonn in das Board gewählt. Zum Nachfolger für Herrn Otto als internistischer Sprecher wurde das Board-Mitglied Dr. Helmut Kleinwechter, Kiel, gewählt. Eine Neuwahl war auch notwendig auf der geburtshilflichen Seite, da Prof. Dr. Thierry Somville nicht mehr zur Verfügung stand und Prof. Dr. Horst Reiher aus persönlichen Gründen die Sprecherfunktion nicht wahrnehmen konnte. Aus verschiedenen Kandidaten wählten die Mitglieder der AG Frau Dr. Ute Schäfer-Graf, Klinik für Geburtsmedizin der Charité, Berlin, in das Board und auch zur neuen gynäkologisch-geburtshilflichen Sprecherin. Frau Schäfer-Graf ist auch Sprecherin des Arbeitkreises "Mütterliche Erkrankungen" der AG Materno-Fetale Medizin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
Das neue Board hat zunächst sehr intensiv an einen Entwurf für eine Stellungnahme zur "Diagnostik und Therapie des Gestationsdiabetes" gearbeitet und sich zu dieser Frage ergänzend von renommierten Geburtsmedizinern anläßlich eines Arbeitstagung in Berlin beraten lassen. Der Entwurf wurde allen Mitgliedern der DDG in Heft 6 "Diabetologie Informationen", Dezember 2000 S.406-420 zur Kommentierung vorgelegt. Das Echo auf den Beitrag und die Bereitschaft zu konstruktiver Kritik der DDG-Mitglieder ist überwältigend und zeigt uns, daß dieser Weg der Meinungsbildung offensichtlich richtig ist. Auch der Vorstand der DGGG hat den Entwurf zur Stellungnahme erhalten. Gleichzeitig haben wir beim "Arbeitsausschuß Prävention" beim Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen in Köln einen Antrag auf Aufnahme einer Untersuchung aller Schwangeren auf Gestationsdiabetes angekündigt, sobald beide Vorstände, der DDG und DGGG, die Endfassung der Stellungnahme verabschiedet haben.
Nach Publikation einer Arbeit über die Behandlung von selektionierten Schwangeren mit GDM mit Glibenclamid im Vergleich zu Insulin durch Oded Langer et al. im New England Journal of Medicine im November 2000 hat es sich das Board als Aufgabe gestellt, gemeinsam mit interessierten Mitgliedern der AG, eine Stellungnahme zur Therapie mit oralen Antidiabetika in der Schwangerschaft herauszubringen. Die Sprecher der AG haben zu diesem Thema an die Zeitschrift "Der Arzneimittelbrief" einen ausführlichen Leserbrief geschrieben und ein weiterer an das New England Journal of Medicine ist in Vorbereitung. Zum jetzigen Zeitpunkt raten wir von einer Behandlung mit Glibenclamid in der Schwangerschaft grundsätzlich ab.
Eine weitere Aufgabe besteht im Jahr 2001 darin, daß die AG-Mitglieder angeregt werden sollen, sich mit der Frage oraler Kontrazeption bei Frauen mit Diabetes mellitus zu beschäftigen, um auch hierzu eine vernünftige Stellungnahme zu entwickeln.
Nachdem Mitglieder der AG sich Ende 1999 erstmals zu einem Workshop zum Austausch aktueller wissenschaftlicher Aktivitäten in Berlin trafen, wird dieses Treffen im Januar 2001 in Bonn fortgesetzt. Das wissenschaftliche Symposion der AG in Aachen im Mai 2001 wird am Mittwoch, den 23.Mai 2001 von 08:00 Uhr bis 10:30 Uhr frühmorgens (wegen des großen Andrangs am nachmittag) stattfinden müssen. Wir konnten bereits ausgezeichnete Referenten zu äußerst interessanten Themen gewinnen.
Dr.Helmut Kleinwechter Dr.Ute Schäfer-Graf
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