Bericht des Sprechers
Anlässlich der 11. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Nervensystem e.V. (AGDN) wurde der Beirat der AG entsprechend der Satzung am 25.05.2006 im Rahmen der 41. Jahrestagung der DDG in Leipzig neu gewählt. Der Beirat setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Prof. Dr. T. Forst (Mainz), Prof. Dr. M. Haslbeck (München), Prof. Dr. M. J. Hilz, Erlangen und Prof. Dr. D. Luft (Tübingen). Die Funktion des Sprechers übt Prof. Dr. D. Ziegler (Düsseldorf) aus, der ebenfalls Beiratsmitglied ist. Die AGDN ist über die DDG Mitglied der European Federation of Autonomic Societies (EFAS). Die enge Verbindung zur Neurologie zeigt, dass der jeweilige Sprecher der AGDN gleichzeitig Mitglied des Beirats der AG „Autonomes Nervensystem“ (AGANS) der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) ist.
Bei der 41. Jahrestagung der DDG in Leipzig hat die AGDN am 25.5.06 von 14:15 bis 16:00 Uhr ein multidisziplinäres Symposium in Kooperation mit Psychologen, Sexualtherapeuten, Endokrinologen, Physiologen und Hypertensiologen abgehalten, das den Titel „Autonome Dysfunktion und ihre Grenzgebiete“ trug. Unter Vorsitz von D. Ziegler, Düsseldorf und D. Luft, Tübingen sprach Dr. S. Engeli, Berlin, über die „Rolle der autonomen Dysregulation bei Adipositas und Hypertonie“. Prof. A. Peters, Lübeck diskutierte das Thema „Selfish Brain: Neuroprotektion bei Hypoglykämie“. Prof. P. Enck, Tübingen sprach über die „Autonome Neuropathie des Gastrointestinaltraktes“ abhandeln und Frau Dr. U. Brandenburg, Aachen referierte zum Thema „Weibliche Sexualstörungen und Diabetes“. Dank der exzellenten Referate und aufgrund der thematischen Vielfalt hat das Symposium breites Interesse gefunden. Der große Diskussionsbedarf mit praxisorientiertem Austausch bestätigte die richtige Auswahl der klinisch teils leider vernachlässigten Themen. Darüber hinaus wurde anlässlich der 41. Jahrestagung der DDG in Leipzig am 27.5.06 von 08:30 bis 10:00 Uhr vom Sprecher der AGDN ein Meet the Expert Symposium zur Behandlung der Neuropathie organisiert, bei dem D. Luft, Tübingen, über „Rolle der Diabeteseinstellung und Therapie der autonomen Neuropathien“ referierte, T. Forst, Mainz, über“ Pathogenetisch begründbare Therapieansätze und nicht-pharmakologische Therapie“ berichtete und D. Ziegler, Düsseldorf, die „Therapie neuropathischer Schmerzen aus diabetologischer Sicht (insbesondere Antidepressiva, Antikonvulsiva)“ diskutierte. Das Symposium ist mit dieser praxisrelevanten Thematik auf lebhafte Diskussion gestoßen.
Bei der kommenden 42. Jahrestagung der DDG in Hamburg ist am 17.05.2007 von 12:45-14:45 Uhr erneut ein Symposium der AGDN vorgesehen mit dem Titel „Schmerzhafte Neuropathie im Spannungsfeld zwischen Mechanismen, Evidenz und praktischen Konsequenzen“. Trotz der Einführung neuer Substanzen in den letzten Jahren ist die schmerzhafte diabetische Neuropathie nach wie vor eine therapeutische Herausforderung. Dem soll dieses Symposium Rechnung tragen, indem es den Bogen bezüglich der diagnostischen und therapeutischen Optionen zwischen wissenschaftlicher Evidenz und praktischer Umsetzbarkeit spannen soll. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, ausgewiesene Referenten zu gewinnen, die es ermöglichen werden, die verschiedenen multidisziplinären Aspekte der Thematik aus neurologischer, schmerztherapeutischer und diabetologischer Sicht zu diskutieren. Unter Vorsitz von D. Ziegler, Düsseldorf und T. Forst, Mainz wird Prof. T. Tölle, München, das Symposium mit der praktisch relevanten Frage „Vom Symptom zur Diagnose: Wann ist der Schmerz neuropathisch?“ eröffnen. Prof. F. Birklein, Mainz, wird sich von klinischer Seite mit dem Thema „Vom Befund zur Diagnose: Wann ist eine differenzierte Schmerzdiagnostik erforderlich?“ befassen. Dr. G. Wasner, Kiel, wird sich mit den verschiedenen Therapieansätzen unter dem Titel „Schmerztherapie: Evidenz-basiert oder Mechanismus-orientiert?“ auseinandersetzen. Dr. M. Kaltheuner, Leverkusen, wird aus Sicht des niedergelassenen Diabetologen das Thema „Ist eine differenzierte Schmerzdiagnostik und -therapie unter ökonomischen Zwängen praktikabel?“ beleuchten. Nicht zuletzt aufgrund der Multidisziplinarität der Thematik ist ein breites Interesse an diesem Symposium zu erwarten.
Der Sprecher der AGDN wurde vom Präsidenten der DDG gebeten, sich als Vertreter der DDG an der Erstellung der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS S3 Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei Nicht-Tumor Schmerz“ [LONTS]) zu beieiligen. Die DGSS ist eine Sektion der International Association for the Study of Pain (IASP). Die erste LONTS-Konsensuskonferenz der beteiligten Fachgesellschaften fand am 13.10.06 während des Deutschen Schmerzkongresses in Berlin statt. Die nächste Sitzung wird im Frühjahr 2007 stattfinden.
Die Praxis-Leitlinie „Diabetische Neuropathie“ der DDG wurde im Berichtszeitraum durch Manfred Haslbeck (München), Dieter Luft (Tübingen), Bernhard Neundörfer (Erlangen), Hilmar Stracke (Giessen), Dan Ziegler (Düsseldorf) unter Mitarbeit von Veronika Hollenrieder (München), Ralph Bierwirth (Essen) und Wolfgang Jost (Wiesbaden) aktualisiert. Diese Leitlinie wurde unter http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/mitteilungen/leitlinien/Neuropathie_Leit-013.pdf und im Mai-Heft von Diabetologie und Stoffwechsel (2006; 1, Suppl 2: S181-S187) publiziert.
In Kooperation mit den Firmen Lilly und Boehringer wurde vom Beirat der AGDN in Anlehnung an die Praxis-Leitlinie eine Karte für die Kitteltasche mit dem Titel „Diagnose und Therapie der sensomotorischen Polyneuropathie bei Diabetes mellitus“ entwickelt. Diese Kittelkarte dient dem Zweck, in der Praxis einen raschen Zugriff auf die aktuellen diagnostischen und therapeutischen Algorithmen bei diabetischer Neuropathie zu ermöglichen.
Um die Thematik der diabetischen Neuropathien und die Tätigkeit der AGDN einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde das Internet-Portal http://www.AGDN.org installiert. Dieses Portal soll neben der Darstellung wissenschaftlicher Aspekte auch der Patienteninformation sowie der CME-Fortbildung interessierter Kollegen dienen.
Auf internationaler Ebene wird vom 29.11.-02.12.2006 im Rahmen des IDF-Weltkongresses in Kapstadt das „7th International Satellite Symposium on Diabetic Neuropathy“ stattfinden, das der Diskussion der aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen auf dem Gebiet der diabetischen Neuropathien einschließlich der neuropathischen Schmerzen, dem diabetischem Fuss sowie der autonomen Neuropathien dient. Der Sprecher der AGDN ist Mitglied des internationalen Organisationskomittees dieses Symposiums.
Im Rahmen des nächsten EASD-Kongresses in Amsterdam wird vom 14.09.-16.09.2007 in Utrecht das 17. Meeting der Diabetic Neuropathy Study Group of the EASD (NEURODIAB), der weltweit wichtigsten Gruppe zur Erforschung der diabetischen Neuropathie, stattfinden. Eine rege Interaktion zwischen der AGDN und diesen sowie weiteren internationalen Aktivitäten (Tagungen der multidisziplinären Gesellschaften EFAS, AGANS, AAN) ist erwünscht und wird umgesetzt, da eine wissenschaftliche Auseinandersetzung auf hohem Niveau mit der von uns verfolgten Thematik insbesondere im internationalen Kontext gewährleistet wird.
Bei einem derzeitigen Mitgliederstand von 40 ist zu wünschen, dass in Zukunft viele klinisch und insbesondere auch wissenschaftlich tätige Kolleginnen und Kollegen in die AGDN eintreten und tätig werden, da die diabetischen Neuropathie zwar zu den häufigsten und folgenschwersten, aber leider immer noch nicht ausreichend bekannten chronischen diabetischen Komplikationen mit vielen ungelösten Fragen zählt.
D. Ziegler, Düsseldorf
Sprecher der AGDN
Liste der Beiratsmitglieder der AGDN
Prof. Dr. med. D. Ziegler, Sprecher (Düsseldorf)
Prof. Dr. T. Forst (Mainz)
Prof. Dr. M. Haslbeck (München)
Prof. Dr. M. J. Hilz (Erlangen)
Prof. Dr. D. Luft (Tübingen)
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