Jahresbericht
Das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft und einem erneuten Mitgliederzuwachs.
Mitglieder der AG (Kulzer, Hirsch) wurden vom Vorstand der DDG gemeinsam mit Mitgliedern einer bereits bestehenden Arbeitsgruppe des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) (Albus, Herpertz, Petrak, Kruse) als Expertengruppe zur Erstellung von evidenzbasierten Leitlinien zu psychosozialen Fragestellungen berufen. Entsprechend den Vorgaben der DDG wurde im vergangenen Jahr die Draft-Versionen in 5 Konsertierungstreffen des Experten-Panels diskutiert und eine endgültige Expertenversion fertiggestellt. Diese wurden als Diskussionsentwurf in der Januarausgabe von Diabetes und Stoffwechsel veröffentlicht (Herpertz, S., Petrak, F., Albus, C., Hirsch, A., Kruse, J., Kulzer, B. (2003). Evidenzbasierte Diabetes-Leitlinie DDG. Psychosoziales und Diabetes mellitus. Diabetes und Stoffwechsel, 12, 35-58.) und auf der homepage der DDG zur Diskussion gestellt. Es ist geplant, im kommenden Jahr die Praxis- und Patientenversion fertigzustellen.
Seitens der Arbeitsgemeinschaft haben wir uns sehr bemüht, uns aktiv in die Diskussion um die Disease-Managementprogramme Typ-2-Diabetes einzumischen. Hierzu hatten wir Positionspapiere an die verschiedenen Gremien der Ministerien, Fachgesellschaften und Krankenkassen geschickt. Die Ergänzungsvorschläge der Arbeitsgemeinschaft zu den Empfehlungen des Koordinierungsausschusses gemäß § 137, Abs. 2 sind beim Sprecher der AG erhältlich. Herr Dipl. Psych. Klaus Martin Rölver hat unsere Arbeitsgemeinschaft bei der Anhörung zum Referentenentwurf in Bonn vertreten und angemahnt, dass psychosoziale Aspekte der Therapie in dem Entwurf des Ministeriums besser berücksichtigt werden. Leider gelang es in dieser Sitzung nicht mehr, entscheidende Veränderungen an dem Papier vorzunehmen, so dass in der jetzigen Version, die Anfang Juli 2002 verabschiedet wurde, psychosoziale Aspekte kaum auftauchen. Positiv zu vermelden ist jedoch, dass es gelang, mit anderen psychosozialen Fachverbänden, Berufsverbänden, ein einheitliches Vorgehen zu verabreden.
Ebenfalls sehr aktiv wurde seitens der AG versucht - auch hier vertreten durch Herr Klaus Martin Rölver - psychosoziale Aspekte bei der Bewertung von therapeutischen Leistungen im Rahmen der DRG`s besser zu berücksichtigen. Unsere Arbeitsgemeinschaft hat hier entscheidend eine Initiative zu einer Resolution des runden Tisches der Psychosozialen Fachverbände mitinitiiert, dem sich mittlerweile über 100 andere Verbände angeschlossen haben. Auch hierzu sind nähere Informationen über den Sprecher der AG erhältlich.
Ein weiterer wichtiger Arbeitsschwerpunkt war die Durchführung und Weiterentwicklung der Weiterbildungsmaßnahme zum/zur "Fachpsychologen/in Diabetes (DDG)". Die Weiterbildung wurde von dem Ausschuss "Fachpsychologe" engagiert durchgeführt. Auch im vergangenen Jahr wurden 4 Seminare angeboten und laut Kursevaluation mit sehr gutem Erfolg durchgeführt. Die Liste der bisher anerkannten Fachpsychologen/innen DDG ist unter diabetes-psychologie.de zu finden. Auf der Mitgliederversammlung wurde, beschlossen, die Fachpsychologen-Weiterbildung auch für niedergelassene Kollegen zu öffnen. Die entsprechende Änderung der Weiterbildungsordnung wird nach der Bestätigung durch den Vorstand der DDG in den Diabetologie-Informationen veröffentlicht bzw. steht dann unter der Internetadresse www.diabetes-psychologie.de zum download.
Als neue Sprecherin des Ausschusses „Fachpsychologe/in Diabetes (DDG)“ wurde auf der Mitgliederversammlung in Bochum Frau PD Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Karin Lange gewählt. Bitte richten Sie künftig alle Anfragen in Zusammenhang mit der Weiterbildung zur/m Fachpsychologin/en Diabetes DDG an: Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Karin Lange, Ausschuss "Fachpsychologe/in Diabetes (DDG)", Medizinische Hochschule, Abt. Med. Psychologie, OE 543030625 Hannover, Fax: 0511 / 532-4214, E-Mail: DrKarinLange@hotmail.com.
Frau Dipl. Psych. Dietlinde Nord-Rüdiger ist auf eigenen Wunsch aus dem Ausschuss "Fachpsychologe Diabetes DDG" ausgeschieden. Zu Ihrer Nachfolgerin wurde einstimmig Frau Dipl. Psych. Petra Busse-Widmann (München), als Vertreter der niedergelassene Kollegen zusätzlich Herr Dr. Hans-Ullrich Dombrowski (Lippstadt) gewählt.
Das Vorsymposium unserer Arbeitsgemeinschaft anlässlich der 37. DDG-Jahrestagung in Dresden zum Thema „Depression“ war wieder sehr gut besucht (ca. 600 Teilnehmer) und beinhaltete sehr interessant Beiträge. Vielen Dank den Referenten und den Vorsitzenden.
Die mittlerweile 20. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft fand vom 27.-29.09.2002 in Bochum unter der ausgezeichneten Leitung und Organisation von Frau Dipl. Psych. Susan Woods und Herrn PD Dr. med. Baptist Gallwitz zum Thema „Grenzen, Möglichkeiten und Perspektiven von Diabetesteams“ statt. Ein Höhepunkt der Tagung war hierbei das Referat von Dr. Axel Hirsch, der den Arbeitskreis gegründet und über viele Jahre geleitet hat. In einem persönlichen Rückblick reflektierte er die Bedeutung von psychosozialen Konzepten im Diabetesteam. Informationen aus erster Hand bezüglich der Disease-Managementprogramme bekamen die Teilnehmer von der Projektleiterin der DMP-Programme der AOK, Frau Dr. Müller de Cornejo.
Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft waren im vergangenen Jahr an der Gründung des Vereins "Diabetes und Migranten in der DDG" (Kontakt: Dr. Bernd Kavelage, Krieterstr. 30, 21109 Hamburg) beteiligt. Wir freuen uns, dass damit die Arbeitskreistagung des Jahres 2001 zum Thema „Diabetestherapie bei Migranten in Deutschland“ und die im Anschluß daran veröffentlichten "Bad Neuenahrer Erklärung" (http://www.diabetes-psychologie.de/neuenahrer_erklaerung.htm) dazu geführt hat, dass diese Initiative entstanden ist. Unter den ca. acht Millionen Migranten in Deutschland gibt es bereits heute mindestens 600.000 Diabetiker, deren Versorgung alles andere als optimal ist.
Der Psychotherapieführer mit Adressen von Psychotherapeuten, die Erfahrung mit dem Krankheitsbild Diabetes haben, erfreut sich sehr großer Beliebtheit und wurde 2002 von Herrn Dr. Axel Hirsch erneut aktualisiert (z.B. Approbation, Kassenzulassung) und neu gedruckt. Interessenten können den Führer kostenlos (1.53 € Porto bitte beifügen) bei dem Sprecher der Arbeitsgemeinschaft anfordern.
Zukünftige Termine:
- Das Symposium der Arbeitsgemeinschaft auf der kommenden 38. Jahrestagung der DDG in Bremen findet gemeinsam mit der AG Ernährung am Donnerstag 29.05.2003 von 14.00 - 16.00 zum Thema "Prävention des Typ-2-Diabetes durch "Lifestyle"-Änderung statt" (Vorsitz: Prof. Laube, Kulzer) statt.
- Die 21. Arbeitstagung findet vom 27.-29.09.2002 im Diabeteszentrum Quakenbrück unter Leitung von Herrn Dipl. Psych. Klaus Martin Rölver ebenfalls zum Thema "Prävention des Typ-2-Diabetes - wie umsetzbar?" statt. Weitere Informationen: Dipl. Psych. Klaus Martin Rölver, Christliches Krankenhaus Quakenbrück, Danziger Str. 10, 49610 Quakenbrück, Tel.: 05431/1528-36, Fax: 05431/1528-33.
März 2003
B. Kulzer (Sprecher)
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