Die Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik der DDG koordiniert in Deutschland tätige Arbeitsgruppen auf dem Gebiet der Molekulargenetik und Zellbiologie des Diabetes mellitus, um Forschungsziele im Verbund besser zu realisieren und Methoden und Kompetenzen auszutauschen. Darüber hinaus behandelt die Arbeitsgemeinschaft Fragen der Ethik, soziale und psychologische Aspekte von genetischen Untersuchungen bei Patienten mit Diabetes mellitus. Gentests zur MODY-Diagnostik werden von etlichen qualitätszertifizierten Laboratorien angeboten.
Im Einzelnen koordiniert die Arbeitsgemeinschaft das Deutsche Typ 1 Diabetes Genetik-Netzwerk. Hierbei hat das DT1DGN innerhalb der Europäischen Netzwerkstudie (ET1DGN) die meisten Familien und Patienten mit multiplex Typ 1 Diabetes mellitus rekrutieren können.
Bis zum 2.10.2006 sind in Deutschland 147 Familien rekrutiert worden, insgesamt wurden in Europa 836 Familien eingeschlossen. Neben Deutschland sind Polen (169), Spanien (109), Österreich (69) und die Tschechische Republik (62) die wichtigsten Partner im Europäischen Studienkonsortium. Das Deutsche Typ 1 Diabetes Genetik-Netzwerk hat somit das Ziel von 150 Familien nahezu erreicht. Da die Studie insgesamt bis zum März 2007 fortgeführt werden wird erwarten wir, dass die angestrebten Zahlen erreicht bzw. übertroffen werden.
Die Netzwerkstudie ermöglicht eine genomweite Untersuchung zur Risikogenetik des Typ 1 Diabetes mellitus. Neben der Prädispositionsgenetik sollen wichtige Erkenntnisse zur Pathogenese des Typ 1 Diabetes mellitus und damit auch zur Prävention gewonnen werden. Die beteiligten Zentren in Deutschland sind neben der Universitätsklinik Frankfurt am Main die Uniklinik Ulm (Prof. Böhm, Core-laboratory), die Arbeitsgruppe Frau Prof. Annette Ziegler/Dr. Walter, Krankenhaus Schwabing, München, Frau PD Dr. Olga Kordonouri, Hannover und Dr. Matthias Herr, Berlin.
Neben der Koordination von Forschungsprojekten strebt die Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik an, dass im Curriculum der Zusatzbezeichnung Endokrinologie, Diabetologie die Kompetenz der genetischen Untersuchungen bei Diabetes mellitus über die Ärztekammern mit verankert wird, um die interdisziplinäre Betreuung der Patienten auch im Hinblick auf die Molekulargenetische Diagnostik des Krankheitsbildes zeitgerecht zu garantieren. Damit sollen Grundkenntnisse der Molekulargenetik zum Kompetenzspektrum des Diabetologen gehören.
Prof. Dr. med. K. Badenhoop
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