Die Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik hat i. R. der 40. Jahrestagung der DDG am 05.05.05 in Berlin getagt und folgende Punkte behandelt:
1. Aktueller Stand des deutschen Typ 1 Diabetes Genetik-Netzwerks (K. Badenhoop, B. Böhm)
2. Bericht vom europäischen und weltweiten Typ 1 Diabetes Genetik-Netzwerks (F. Pociot, Gentofte, Dänemark)
3. Darstellung verschiedener EDV-Programme zur gezielten Haplotypanalyse (H. Kahles, Frankfurt/M)
4. Verschiedenes
Die Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik der DDG hat es sich zu Aufgabe gemacht, die in Deutschland tätigen Arbeitsgruppen auf dem Gebiet der Molekulargenetik unter Zellbiologie besser zu vernetzen, um Forschungsziele schneller erreichen zu können und auch Methoden und Kompetenzen austauschen zu können. Schwerpunkt der Arbeit war der Typ 1 Diabetes mellitus und die internationale Netzwerkstudie zur Charakterisierung der Prädispositionsgene. Hier hat das deutsche Typ 1 Genetik-Netzwerk innerhalb der europäischen Kollaboration einen herausragenden Stand und hat bislang – nach den polnischen Kollegen - die meisten Familien und Patienten mit Typ 1 Diabetes mellitus rekrutieren können.
Bei dieser Studie werden Familienmitglieder einer Multiplexfamilie (mind. zwei an Typ 1 Diabetes mellitus erkrankte Geschwister) erfasst, mittels Fragebogen klinisch charakterisiert und eine Blutentnahme sowohl für serologische, immunologische und molekulargenetische Marker vorgenommen. Durch die Blutentnahme sollen unbegrenzt verfügbare Lymphozytenzelllinien generiert werden, was zentral in der Universitätsklinik Ulm (Prof. Böhm) geschieht. Diese Lymphozyten dienen dann als dauerhafte Quelle für DNA- und RNA-Analysen und stehen den Einsendern zur Verfügung. Die Netzwerkstudie ermöglicht allen Teilnehmern, auf die von ihnen beigetragenen Proben Zugriff zu haben und für ihre eigenen Forschungen über die lokalen Proben hinaus Zugang zu anderen DNA-Proben zu haben. Die Netzwerkstudie hat vorläufige Ergebnisse in der Oktoberausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift „Diabetes“ veröffentlicht und hierbei an einer Untersuchung von über 14035 Multiplex-familien weltweit vier Prädispositionsgenorte bestätigen können.
Erfolgreich konnte eine weitere finanzielle Unterstützung für die deutsche Netzwerkstudie eingeworben werden, da die Stiftung „Das zuckerkranke Kind“ der deutschen Arbeitsgruppen EUR 15.000 zur Rekrutierung möglichst vieler multiplex Typ 1 Diabetes-Familien für diese Netzwerkstudie zur Verfügung gestellt hat. Inzwischen konnten in Europa über 600, in Deutschland über 110 Familien für die Studie gewonnen werden. Bei der nächsten Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik sollen erste Ergebnisse des T1DGN-Neztwerks sowie kooperative Studien zu Typ 1 Diabetes in Deutschland vorgestellt werden.
Die Sitzung wird am Donnerstag den 25.05.06 in der Zeit von 7.30 – 9.00 Uhr stattfinden.
Prof. Dr. med. K. Badenhoop, Vorsitzender
Medizinische Klinik I
Funktionsbereich Endokrinologie, Diabetes und Stoffwechsel
Tel.: 069/6301-5396
Fax: 069/6301-6405
E-Mail: badenhoop@em.uni-frankfurt.de
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