Die Arbeitsgemeinschaft hat inzwischen über 700 Mitglieder, neben Diabetologen und Chirurgen sind dies viele Orthopädieschuhmacher, Diabetesberater sowie Podologen/innen. Diese multidisziplinäre Zusammensetzung spiegelt die Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft wider. Aktuelle Themen und Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft können auf der AG -eigenen Homepage ( www.ag-Fuss-ddg.de) eingesehen werden.
Die letzte Jahrestagung der AG Diabetischer Fuß fand im März 2007 in Dortmund statt. Die nächste Jahrestagung wird am 29. Februar und 1. März 2008 in Hannover stattfinden. An den Jahrestagungen nahmen jeweils mehr als 200 Mitglieder teil.
Die AG hat im Rahmen der Jahrestagung der DDG in Hamburg im Mai 2006 ein Vorsymposium organisiert, um die Mitglieder der DDG über neue Entwicklungen im Bereich des Diabetischen Fußsyndroms zu unterrichten.
Die Kontakte zu anderen Fachgesellschaften, welche sich mit Wundheilung beziehungsweise dem diabetischen Fußsyndrom beschäftigen, wurden intensiviert, insbesondere mit der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung (DGFW) und der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie. Von Seiten der DGFW wurden Konsensuskonferenzen zu einem Zertifizierungsverfahren für die Qualifizierung „Wundtherapeut/WT cert“ abgehalten, bei dem die AG Fuß auch beteiligt wurde.
Unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG und der Diabetic Foot Study Group der EASD findet seit 2003 ein dreitägiger internationaler Postgraduate Course über das Diabetische Fußsyndrom statt, organisiert von Prof. Spraul und Dr. Reike. Die diesjährige Fortbildung in Rheine im Januar 2007 und die kommende Veranstaltung im Januar 2008 in Werl beschäftigen sich wieder mit aktuellen Entwicklungen bei der Behandlung des diabetischen Fußes. Mehr als 150 Ärzte nehmen jedes Jahr daran teil. Die Veranstaltungen sind regelmäßig kurz nach Ankündigung ausgebucht, obwohl nur die Mitglieder der AG Diabetischer Fuß über die Veranstaltung informiert werden. Aufgrund der sehr positiven Resonanz wird diese Veranstaltung weiter jährlich im Wechsel in Werl und Rheine stattfinden.
In Bernkastel-Kues wurde inzwischen ein zweitägiger Postgraduate Course für Assistenzberufe zum diabetischen Fuß ins Leben gerufen, der ebenfalls auf breiten Zuspruch traf. Die aktuellen Programme beider Veranstaltungen finden sich auf der Homepage der AG.
Die Arbeitsgemeinschaft beteiligt sich 2007 wieder aktiv an der Herbsttagung der DDG in Berlin.
Im Mai 2006 konnte die Neufassung der Praxisleitlinie zum Diabetischen Fuß, erarbeitet von 5 Mitgliedern der AG, publiziert werden. Die Evidenzbasierte Leitlinie Diabetischer Fuß der DDG wurde im ersten Halbjahr überarbeitet und liegt jetzt als Diskussionsentwurf der DDG vor. Sie hat inzwischen als einige der wenigen offiziellen Referenzen in den „Global Guidelines for Type 2 Diabetes“ der IDF ihre internationale Geltung gewonnen. Grundlage der zwischenzeitlich ebenfalls publizierten Nationalen Versorgungsleitlinie Diabetischer Fuß war die Evidenzbasierte Leitlinien der DDG. Herzlichen Dank an Dr. Morbach für die Koordination dieser Arbeitsgruppen.
In verschiedenen anderen Arbeitsgruppen bearbeiteten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft folgende Themen, deren Ergebnisse dann im Rahmen der Jahrestagung vorgestellt und diskutiert wurden:
1: Arbeitsgruppe Qualitätsstandards
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Tätigkeit der AG und regelmäßiger Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlungen der AG-Fuß in den letzen Jahren war die Umsetzung und Weiterentwicklung der „Qualitätsstandards für ambulante und stationäre Fußbehandlungseinrichtungen“ (siehe Homepage). Die Qualitätsstandards beinhalten neben konkreten Vorgaben zur Struktur (Personal, Ausstattung etc.) auch Vorgaben zu Behandlungsprozessen und strukturierte Vorgaben zur Erfassung von klar definierten Markern von Ergebnisqualität. Dazu kommen Module eines komplexen Qualitätsmanagements, die als Anforderung an „geeignete“ (um die Formulierung des Gesetzgebers zu übernehmen) Fußbehandlungseinrichtungen gestellt werden müssen. In Zusammenarbeit mit dem Vorstand der DDG wurden in 2007 die Regelungen weiter überarbeitet, um insbesondere den formalen Ablauf der Zertifizierung, unter Einbindung der Geschäftsstelle der DDG in Bochum, noch effizienter zu gestalten. Hierbei ist jetzt eine Antragstellung zweimal pro Jahr möglich. Herzlichen Dank an den Vorstand der DDG für die konstruktive Zusammenarbeit.
Wir haben damit als Arbeitsgemeinschaft unserer Fachgesellschaft den Vorgaben des Gesetzgebers genüge getan, indem wir inhaltliche Vorgaben zu den formalen Bedingungen definierten. In diesem Zusammenhang ist seitens der DDG in Ergänzung zu den „Qualitätsstandards zur Anerkennung einer Behandlungseinrichtung für Typ 1 und Typ 2 Diabetiker“ ein spezieller Qualitätsstandard zur Anerkennung als Fußbehandlungseinrichtung für Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom definiert worden, der auch den Fußbehandlungseinrichtungen gerecht wird, die eine komplexe Anerkennung für die Behandlung „aller Diabetiker“ weder anstreben noch anstreben können.
Diese Zertifizierung wurde inzwischen von einigen Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen als Qualitätsmerkmal akzeptiert. Dies hat dazu geführt, dass diese Zertifizierung bereits vielerorts die Grundlage bildet für spezielle Vergütungsformen für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms im Rahmen des DMP und von Verträgen zur Integrierten Versorgung. Derzeit sind weit über 150 ambulante und stationäre Einrichtungen bundesweit als „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ zertifiziert
2. Arbeitsgruppe Podologe/Fußpfleger DDG
Das Podologengesetz ist am 01.01.2002 in Kraft getreten. Die Ausbildung zum Podologen ( =medizinischer Fußpfleger ) ist seither bundeseinheitlich geregelt und besteht aus einer insgesamt 2-jährigen ganztägigen Ausbildung, die mit einem staatlichen Abschluss endet. Darüber hinaus bestanden Übergangsregelungen zum Ablegen der staatlichen Prüfung. Seither boten viele Schulen in Deutschland Kurse im Rahmen der Übergangsregelungen an, das Interesse an der 2-jährigen Berufsausbildung ist hingegen weiterhin sehr gering. Es liegt im Aufgabenbereich der einzelnen Schulen wie viele Stunden und welche Inhalte zum diabetischen Fuß unterrichtet werden. Bis zur geforderten Zertifizierung der Podologenschulen durch die AG Fuß der DDG soll die Schulung zum „Podologen DDG“ daher weiterhin angeboten werden und eine Zusatzqualifikation im Sinne einer spezialisierten Fortbildung darstellen. Da die Mehrzahl der Podologen ihre Qualifikation aufgrund der Übergangsbestimmungen erhalten hat, bestehen unserer Ansicht nach weiterhin erhebliche Qualitätsunterschiede im Ausbildungsstand der Podologen. Die Ausbildungsinhalte und eine Qualitätssicherung für diese Zusatzweiterbildung wurden in 2006 und 2007 überarbeitet und inzwischen vom Vorstand der AG Fuß verabschiedet. Dieser neue Standard ist jetzt beim Vorstand der DDG eingereicht.
3. Arbeitsgruppe Qualitätssicherung der orthopädieschuhtechnischen Versorgung des diabetischen Fußes.
Die Arbeitsgruppe hat im letzten Jahr sich mehrfach getroffen um einheitliche Regelungen zur Qualitätssicherung der Schuhversorgung zu erarbeiten. Ein bundesweit einheitliches Schema wird dabei angestrebt.
4. Arbeitsgruppe Regionale Netzwerke Diabetischer Fuß
Diese Arbeitsgruppe unterstützt die Bildung von regionalen Netzwerken, auch in Hinsicht auf die Vereinbarung von Verträgen für die Integrierte Versorgung des diabetischen Fußsyndroms. Hierzu werden verschieden Fortbildungen und Arbeitstreffen angeboten.
Der Vorstand für die Amtsperiode 2006-2008 besteht aus folgenden Vorstandsmitgliedern:
Prof. Dr. M. Spraul, Rheine, 1. Sprecher; Dr. E. Müller, Bernkastel-Kues, 2. Sprecher; Dr. W.R. Klare, Radolfzell, Kassenwart; Dr. B. Mertes, Frankfurt, Schriftführer. Neu gewählt wurde Frau Dr. S. Brunk-Loch als 2. Sprecherin.
Bei der Jahrestagung der AG Fuß im März 2007 hat der 1.Vorsitzende bekannt gegeben, dass er für eine Wiederwahl in 2008, nach dann 10-jähriger Amtszeit, nicht mehr zur Verfügung steht.
Die nächste Jahrestagung findet vom 29. Februar bis 1. März 2008 in Hannover statt. Das Programm und die Anmeldung sind auf der Homepage der AG verfügbar.
Prof. Maximilian Spraul
1. Vorsitzender
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