Die Arbeitsgemeinschaft hat inzwischen über 700 Mitglieder, neben Diabetologen und Chirurgen sind dies viele Orthopädieschuhmacher, Diabetesberater sowie Podologen/innen. Diese multidisziplinäre Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaft spiegelt die Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft wider. Aktuelle Themen und Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft können auf der AG -eigenen Homepage (www.ag-Fuss-ddg.de) eingesehen werden.
Die letzte Jahrestagung der AG Diabetischer Fuß fand im März 2006 in Hannover statt. Die nächste Jahrestagung wird am 2. und 3. März 2007 in Dortmund stattfinden. An den Jahrestagungen nahmen jeweils mehr als 200 Mitglieder teil.
Die AG hat im Rahmen der Jahrestagung der DDG in Leipzig im Mai 2006 ein Vorsymposium organisiert, um die Mitglieder der DDG über neue Entwicklungen im Bereich des Diabetischen Fußsyndroms zu unterrichten.
Die Kontakte zu anderen Fachgesellschaften, welche sich mit Wundheilung beziehungsweise dem diabetischen Fußsyndrom beschäftigen, wurden intensiviert, insbesondere mit der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung (DGFW) und der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie. Von Seiten der DGFW wurden Konsensuskonferenzen zu einem Zertifizierungsverfahren für die Qualifizierung „Wundtherapeut/WT cert“ abgehalten, bei dem die AG Fuß auch beteiligt wurde.
Unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG und der Diabetic Foot Study Group der EASD findet seit 2003 ein dreitägiger internationaler Postgraduate Course über das Diabetische Fußsyndrom statt, organisiert von Prof. Spraul und Dr. Reike. Die diesjährige Fortbildung in Werl im Januar 2006 und die kommende Veranstaltung im Januar 2007 in Rheine beschäftigen sich wieder mit aktuellen Entwicklungen bei der Behandlung des diabetischen Fußes. Mehr als 150 Ärzte nehmen jedes Jahr daran teil. Die Veranstaltung sind regelmäßig kurz nach Ankündigung ausgebucht, obwohl nur die Mitglieder der AG Diabetischer Fuß über die Veranstaltung informiert werden. Aufgrund der sehr positiven Resonanz wird diese Veranstaltung weiter jährlich im Wechsel in Werl und Rheine stattfinden.
In Bernkastel-Kues wurde inzwischen ein zweitägiger Postgraduate Course für Assistenzberufe zum diabetischen Fuß ins Leben gerufen, der ebenfalls auf breiten Zuspruch traf. Die aktuellen Programme beider Veranstaltungen finden sich auf der Home-Page der AG.
Die Arbeitsgemeinschaft richtete in 2006 in Zusammenarbeit mit der AG Psychologie außerdem eine gemeinsame Veranstaltung aus und beteiligt sich aktiv der Herbsttagung der DDG in Berlin.
Im Mai 2006 konnte die Neufassung der Praxisleitlinie zum Diabetischen Fuß, erarbeitet von 5 Mitgliedern der AG, publiziert werden. Die Evidenzbasierte Leitlinie Diabetischer Fuß der DDG wird derzeit überarbeitet. Sie hat inzwischen als einig der wenigen offiziellen Referenzen in den „Global Guidelines for Type 2 Diabetes“ der IDF ihre internationale Geltung gewonnen. Grundlage der zwischenzeitlich ebenfalls publizierten Nationalen Versorgungsleitlinie Diabetischer Fuß war die Evidenzbasierte Leitlinien der DDG. Herzlichen Dank an Dr. Morbach für die Koordination dieser Arbeitsgruppen.
In verschiedenen anderen Arbeitsgruppen bearbeiteten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft folgende Themen, deren Ergebnisse dann im Rahmen der Jahrestagung vorgestellt und diskutiert wurden:
1: Arbeitsgruppe Qualitätsstandards
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Tätigkeit der AG und regelmäßiger Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlungen der AG-Fuß in den letzen Jahren war die Umsetzung und Weiterentwicklung der „Qualitätsstandards für ambulante und stationäre Fußbehandlungseinrichtungen“ (siehe Homepage). Die Qualitätsstandards beinhalten neben konkreten Vorgaben zur Struktur (Personal, Ausstattung etc.) auch Vorgaben zu Behandlungsprozessen und strukturierte Vorgaben zur Erfassung von klar definierten Markern von Ergebnisqualität. Dazu kommen Module eines komplexen Qualitätsmanagements, die als Anforderung an „geeignete“ (um die Formulierung des Gesetzgebers zu übernehmen) Fußbehandlungseinrichtungen gestellt werden müssen. In Zusammenarbeit mit dem Vorstand der DDG wurden in 2006 die Regelungen überarbeitet, um insbesondere den formalen Ablauf der Zertifizierung, unter Einbindung der Geschäftsstelle der DDG in Bochum, noch effizienter zu gestalten. Hierbei ist jetzt eine Antragstellung zweimal pro Jahr möglich. Herzlichen Dank an den Vorstand der DDG für die konstruktive Zusammenarbeit.
Wir haben damit als Arbeitsgemeinschaft unserer Fachgesellschaft den Vorgaben des Gesetzgebers genüge getan, indem wir inhaltliche Vorgaben zu den formalen Bedingungen definierten. In diesem Zusammenhang ist seitens der DDG in Ergänzung zu den „Qualitätsstandards zur Anerkennung einer Behandlungseinrichtung für Typ 1 und Typ 2 Diabetiker“ ein spezieller Qualitätsstandard zur Anerkennung als Fußbehandlungseinrichtung für Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom definiert worden, der auch den Fußbehandlungseinrichtungen gerecht wird, die eine komplexe Anerkennung für die Behandlung „aller Diabetiker“ weder anstreben noch anstreben können.
Diese Zertifizierung wurde inzwischen von einigen Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen als Qualitätsmerkmal akzeptiert. Dies hat dazu geführt, dass diese Zertifizierung bereits vielerorts die Grundlage bildet für spezielle Vergütungsformen für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms im Rahmen des DMP und von Verträgen zur Integrierten Versorgung. Derzeit sind weit über 150 ambulante und stationäre Einrichtungen bundesweit als „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ zertifiziert
2. Arbeitsgruppe Podologe/Fußpfleger DDG
Das Podologengesetz ist am 01.01.2002 in Kraft getreten. Die Ausbildung zum Podologen ( =medizinischer Fußpfleger ) ist seither bundeseinheitlich geregelt und besteht aus einer insgesamt 2-jährigen ganztägigen Ausbildung, die mit einem staatlichen Abschluss endet. Darüber hinaus bestehen Übergangsregelungen zum Ablegen der staatlichen Prüfung.
Seither bieten viele Schulen in Deutschland Kurse im Rahmen der Übergangsregelungen an, das Interesse an der 2-jährigen Berufsausbildung ist hingegen weiterhin sehr gering. Es liegt im Aufgabenbereich der einzelnen Schulen wie viele Stunden und welche Inhalte zum diabetischen Fuß unterrichtet werden. Bis zur geforderten Zertifizierung der Podologenschulen durch die AG Fuß der DDG soll die Schulung zum „Podologen DDG“ daher weiterhin angeboten werden und eine Zusatzqualifikation im Sinne einer spezialisierten Fortbildung darstellen. Da die Mehrzahl der Podologen ihre Qualifikation aufgrund der Übergangsbestimmungen erhalten hat, bestehen unserer Ansicht nach weiterhin erhebliche Qualitätsunterschiede im Ausbildungsstand der Podologen. Die Ausbildungsinhalte und eine Qualitätssicherung für diese Zusatzweiterbildung werden derzeit überarbeitet.
3. Arbeitsgruppe Fuß- und Wunddokumentation
Diese Arbeitsgruppe hat bei der AG-Jahrestagung 2003 einen einheitlichen „Fuß-Dokumentationsbogen der AG-Fuß“ vorgestellt, der von der Mitgliederversammlung verabschiedet und den Mitgliedern zur Nutzung vorgeschlagen wurde. Ausgehend von dieser Arbeit bildete sich in 2004 ein Arbeitskreis „Elektronische Wunddokumentation“ der die derzeitig vorliegenden Softwareprogramme verschiedener Firmen zur Wunddokumentation prüfte. In 2006 wurde auf dieser Basis ein einheitlicher Standard in der Dokumentation formuliert. Darüberhinaus hat die Arbeitsgruppe eine Aufstellung von Pflichtitems im Sinne eines Pflichtenhefts aufgestellt, dass Softwareprogramme zur Wunddokumentation erfüllen müssen um die Dokumentationsstandards der AG Fuß zu erfüllen.
4. Arbeitsgruppe Qualitätssicherung der orthopädieschuhtechnischen Versorgung des diabetischen Fußes.
Zusammen mit dem Bundesinnungsverband der Orthopädieschuhtechnik (BIV) wurde von einer Arbeitsgruppe der AG bis 2000 ein Qualitätsmanagementkonzept für die orthopädieschuhtechnische Versorgung des diabetischen Fußes erarbeitet und offiziell verabschiedet, das jedoch vom BIV in den folgenden Jahren nicht umgesetzt wurde. Hintergrund waren auch berufspolitische Gründe. Ende 2003 hat der BIV dann ein verändertes QM-Konzept vorgestellt, das in Zusammenarbeit mit dem DGOOC, einem Verband der Orthopädieärzte, erarbeitet wurde und im wesentlichen auf dem vorherigen beruhte. Dieses Konzept war vom BIV nicht mit der AG Diabetischer Fuß abgesprochen und es fanden sich in diesem Konzept auch einige wesentliche fachliche Änderungen. Es wurde auf Betreiben der AG Fuß daraufhin eine gemeinsame Arbeitsgruppe der AG Fuß, des BIV und Vertretern der Orthopädieärzte (DGOOC) eingerichtet, um die Konzepte zu vereinheitlichen und zu überarbeiten. Diese Ergebnisse sind inzwischen einvernehmlich von allen Beteiligten verabschiedet worden.
5. Arbeitsgruppe Regionale Netzwerke Diabetischer Fuß
Diese Arbeitsgruppe unterstützt die Bildung von regionalen Netzwerken, auch in Hinsicht auf die Vereinbarung von Verträgen für die Integrierte Versorgung des diabetischen Fußsyndroms. Hierzu werden verschieden Fortbildungen und Arbeitstreffen angeboten.
Die Vorstands-Neuwahl für die Amtsperiode 2006-2008 bestätigte folgende Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern: Prof. Dr. M. Spraul, Rheine, 1. Sprecher; Dr. E. Müller, Bernkastel-Kues, 2. Sprecher; Dr. W.R. Klare, Radolfzell, Kassenwart; Dr. B. Mertes, Frankfurt, Schriftführer. Neu gewählt wurde Frau Dr. S. Brunk-Loch als 2. Sprecherin.
Zur Vertiefung der Vorstandsarbeit und Einbeziehung der nicht-ärztlichen Berufsgruppen in der AG wurde ein Beirat gewählt, der sich insbesondere um die Belange der nichtärztlichen Berufsgruppen des multidisziplinären Fuß-Teams kümmern soll.
Die nächste Jahrestagung findet vom 2. bis 3. März 2007 in Dortmund statt. Das Programm und die Anmeldung sind auf der Homepage der AG verfügbar.
Prof. Maximilian Spraul
1. Vorsitzender
| Weiterempfehlen |



www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de


