Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß
Die Arbeitsgemeinschaft hat inzwischen über 600 Mitglieder, neben Diabetologen und Chirurgen sind dies viele Orthopädieschuhmacher, Diabetesberater sowie Podologen/innen. Diese multidisziplinäre Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaft spiegelt die Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft wieder. Aktuelle Themen und Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft können auf der AG -eigenen Homepage
( http://www.ag-Fuss-ddg.de ) eingesehen werden.
Die letzten Jahrestagungen der AG Diabetischer Fuß fanden im März 2003 in der Uniklinik Aachen und im März 2004 in Bernkastel-Kues statt. Die nächste Jahrestagung wird am 4. und 5. März 2005 in Bernkastel-Kues stattfinden. An den beiden letzten Jahrestagungen nahmen jeweils rund 200 Mitglieder teil.
Die AG wird im Rahmen der Jahrestagung der DDG in Berlin im Mai 2005 ein Vorsymposium organisieren, um die Mitglieder der DDG über neue Entwicklungen im Bereich des Diabetischen Fußsyndroms zu unterrichten.
Die Kontakte zu anderen Fachgesellschaften, welche sich mit Wundheilung beziehungsweise dem diabetischen Fußsyndrom beschäftigen, wurden intensiviert. Auf Einladung durch die Deutschen Gesellschaft für Wundheilung (DGFW) fand auf deren Jahreskongress in Weimar ein Symposium der AG Fuß statt. Herzlichen Dank an Herrn Dr. Lobmann für die Organisation. Themen waren „Wound bed preparation“, „MRSA“, „Schuhversorgung beim DFS“ und „Leitlinien DFS der DDG“.
Unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG und der Diabetic Foot Study Group der EASD findet seit 2003 ein dreitägiger internationaler Postgraduate Course über das Diabetische Fußsyndrom statt, organisiert von Prof. Spraul und Dr. Reike. Die diesjährige Fortbildung in Rheine im Januar 2005 hatte den Themen¬schwerpunkt „Hilfsmittel beim diabetischen Fuß“ und die Veranstaltung im Januar 2004 in Werl beschäftigte sich mit Infektionen beim diabetischen Fuß. Mehr als 150 Ärzte nahmen dieses Jahr daran teil. Diese spezialisierte Ärztefortbildung mit Vorträgen und Workshops erfreut sich regen Zuspruches, obwohl nur die Mitglieder der AG Diabetischer Fuß über die Veranstaltung informiert werden. Aufgrund der sehr positiven Resonanz wird diese Veranstaltung weiter jährlich im Wechsel in Werl und Rheine stattfinden.
Im Mai 2004 konnten die Evidenzbasierten Leitlinien Diabetischer Fuß der DDG und die zugehörige Praxisleitlinie, erarbeitet von 5 Mitgliedern der AG, publiziert werden. Herzlichen Dank an Dr. Morbach für die Koordination dieser Arbeitsgruppe. Derzeit wird eine Nationale Versorgungsleitlinie Diabetischer Fuß vorbeiratet, unter Beteiligung der AG Fuß.
In verschiedenen anderen Arbeitsgruppen bearbeiteten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft folgende Themen, deren Ergebnisse dann im Rahmen der Jahrestagung vorgestellt und diskutiert wurden.
1: Arbeitsgruppe Qualitätsstandards
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Tätigkeit der AG und regelmäßiger Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlungen der AG-Fuß in den letzen beiden Jahren war die Umsetzung und Weiterentwicklung der Qualitätsstandards für ambulante und stationäre Fußbehandlungseinrichtungen (siehe Homepage). Die Qualitätsstandards beinhalten neben konkreten Vorgaben zur Struktur (Personal, Ausstattung etc.) auch Vorgaben zu Behandlungsprozessen und strukturierte Vorgaben zur Erfassung von klar definierten Markern von Ergebnisqualität. Dazu kommen Module eines komplexen Qualitätsmanagements, die als Anforderung für „geeignete“, um die Formulierung des Gesetzgebers zu übernehmen, Fußbehandlungseinrichtungen gestellt werden müssen. In Zusammenarbeit mit dem Vorstand der DDG wurden in 2004 die Regelungen überarbeitet, um insbesondere den formalen Ablauf der Zertifizierung, unter Einbindung der Geschäftsstelle der DDG in Bochum, effizient zu gestalten. Herzlichen Dank an den Vorstand der DDG für die konstruktive Zusammenarbeit.
Wir haben damit als Arbeitsgemeinschaft unserer Fachgesellschaft den Vorgaben des Gesetzgebers genüge getan, indem wir inhaltliche Vorgaben zu den formalen Bedingungen definierten. In diesem Zusammenhang ist seitens der DDG in Ergänzung zu den „Qualitätsstandards zur Anerkennung einer Behandlungseinrichtung für Typ 1 und Typ 2 Diabetiker“ ein spezieller Qualitätsstandard zur Anerkennung als Fußbehandlungseinrichtung für Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom definiert worden, der auch den Fußbehandlungs¬einrichtungen gerecht wird, die eine komplexe Anerkennung für die Behandlung „aller Diabetiker“ weder anstreben noch anstreben können.
2. Arbeitsgruppe Podologe/Fußpfleger DDG
Das Podologengesetz ist am 01.01.2002 in Kraft getreten. Die Ausbildung zum Podologen (=medizinischer Fußpfleger) ist nun bundeseinheitlich geregelt und besteht aus einer insgesamt 2-jährigen ganztägigen Ausbildung, die mit einem staatlichen Abschluss endet. Darüber hinaus bestehen Übergangsregelungen zum Ablegen der staatlichen Prüfung.
Inzwischen bieten viele Schulen in Deutschland Kurse im Rahmen der Übergangsregelungen an, das Interesse an der 2-jährigen Berufsausbildung ist hingegen weiterhin sehr gering. Es liegt im Aufgabenbereich der einzelnen Schulen wie viele Stunden und welche Inhalte zum diabetischen Fuß unterrichtet werden. Zur Qualitätssicherung der Ausbildung zum Podologen hatte sich in 2003 eine Arbeitsgemeinschaft „Schulen für Podologie“ gebildet an der sich 15 Podologieschulen beteiligten. Innerhalb dieser Arbeitsgemeinschaft gab es einen Arbeitskreis Diabetischer Fuß, um die oben geforderten Inhalte durchzusetzen (siehe auch Podologie Heft1/2003), konkrete Ergebnis wurde jedoch nicht erarbeitet. Die Podologen werden in Zukunft vermehrt mit Diabetes mellitus konfrontiert werden und im interdisziplinären Fußambulanz-Team die Rolle des Fußpflegers einnehmen müssen. Bis zur geforderten Zertifizierung der Podologenschulen durch die AG Fuß der DDG soll die Schulung zum Podologen DDG daher weiterhin angeboten werden und eine Zusatzqualifikation im Sinne einer spezialisierten Fortbildung darstellen. Da die Mehrzahl der Podologen ihre Qualifikation aufgrund der Übergangsbestimmungen erhalten hat, bestehen unserer Ansicht nach weiterhin erhebliche Qualitätsunterschiede im Ausbildungsstand der Podologen.
3. Arbeitsgruppe Fuß- und Wunddokumentation
Diese Arbeitsgruppe hat bei der AG-Jahrestagung 2003 einen einheitlichen „Fuß-Dokumentationsbogen der AG-Fuß“ vorgestellt, der von der Mitgliederversammlung verabschiedet und den Mitgliedern zur Nutzung vorgeschlagen wurde. Ausgehend von dieser Arbeit bildete sich in 2004 ein Arbeitskreis „Elektronische Wunddokumentation“ der die derzeitig vorliegenden Softwareprogramme verschiedener Firmen zur Wunddokumentation prüfte und diskutierte inwieweit diese Programme für die AG brauchbar sind und ob ein einheitlicher Standard in der Dokumentation zu erreichen ist.
4. Arbeitsgruppe Qualitätssicherung der orthopädieschuhtechnischen Versorgung des diabetischen Fußes.
Zusammen mit dem Bundesinnungsverband der Orthopädieschuhtechnik (BIV) wurde von einer Arbeitsgruppe der AG bis 2000 ein Qualitätsmanagementkonzept für die orthopädieschuh¬technische Versorgung des diabetischen Fußes erarbeitet und offiziell verabschiedet, das jedoch vom BIV in den folgenden Jahren nicht umgesetzt wurde. Hintergrund waren auch berufspolitische Gründe. Ende 2003 hat der BIV dann ein verändertes QM-Konzept vorgestellt, das in Zusammenarbeit mit dem DGOOC, einem Verband der Orthopädieärzte, erarbeitet wurde und im Wesentlichen auf dem vorherigen beruhte. Dieses Konzept war vom BIV nicht mit der AG Diabetischer Fuß abgesprochen und es fanden sich in diesem Konzept auch einige wesentliche fachliche Änderungen. Darüber hinaus fanden sich darin auch berufspolitische Aussagen. So soll vor einer Verordnung von Einlagen und Schuhen für den diabetischen Fuß eine komplette orthopädische Untersuchung des gesamten Bewegungsapparates erfolgen. Dieser Bruch in der Zusammenarbeit mit dem BIV wurde auf der Jahrestagung in 2004 heftig und emotional diskutiert. Es wurden daraufhin vom BIV beide QM-Konzepte zurückgezogen und eine gemeinsame Arbeitsgruppe der AG Fuß, des BIV und Vertretern der Orthopädieärzte (DGOOC) eingerichtet, um die Konzepte zu vereinheitlichen und zu überarbeiten. Die Ergebnisse werden auf der Jahrestagung im März 2005 vorgestellt werden. Danach ist zu prüfen ob diese Vorgaben vom BIV dann inhaltlich auch umgesetzt werden. Möglicherweise ist eine Qualitätssicherung der orthopädieschuh¬technischen Versorgung auf regionaler Ebene erfolgreicher, wie z.B. das Thüringer Modell oder die Qualitätssicherung der AG Diabetischer Fuß in Rheinland/Pfalz.
Die Vorstands-Neuwahl für die Amtsperiode 2004-2006 bestätigte folgende Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern: Prof. Dr. M. Spraul, Rheine, 1. Sprecher; Dr. E. Müller (Rischbieter), Bernkastel-Kues, 2. Sprecher; Dr. W.R. Klare, Radolfzell, Kassenwart.
Dr. T. Fährenkämper, Lünen und Dr. B. Born, Reutlingen, Schriftführerin traten nicht mehr zu den Neuwahlen an. Ein herzlicher Dank an dieser Stelle für die langjährige Vorstandsarbeit. Neu gewählt wurden Dr. Mertes, Frankfurt als Schriftführer und Frau Dr. Lange als 2. Sprecher.
Zur Vertiefung der Vorstandsarbeit und Einbeziehung der nicht-ärztlichen Berufsgruppen in der AG wurde ein Beirat gewählt, der sich insbesondere um die Belange der nichtärztlichen Berufsgruppen des multidisziplinären Fuß-Teams kümmern soll.
Die nächste Jahrestagung findet vom 4. bis 5. März 2005 in Bernkastel/Kues statt. Gastgeber sind Dr. Oser und Dr. Müller. Das Programm und die Anmeldung sind auf der Homepage der AG verfügbar.
Prof. Dr. M Spraul
Vositzender der AG Diabetischer Fuß
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