Jahresbericht 2002
Die Arbeitsgemeinschaft hat inzwischen über 400 Mitglieder, neben Diabetologen und Chirurgen sind dies viele Orthopädieschuhmacher, Diabetesberater sowie Podologen/innen. Diese multidisziplinäre Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaft spiegelt die Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft wieder. Im Jahr 2002 wurde eine AG -eigene Homepage ( www.ag-Fuss-ddg.de ) etabliert, auf der aktuelle Themen und Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft eingesehen werden können.
Die letzten Jahrestagungen der AG Diabetischer Fuß fanden im März 2001 und im März 2002 im Klinikum Braunschweig statt. Die nächste Jahrestagung findet am 7. und 8. März 2003 im Universitätsklinikum Aachen statt. An den beiden letzten Jahrestagungen nahmen jeweils rund 200 Mitglieder teil.
Außerdem organisierte die AG im Rahmen der Jahrestagungen der DDG in Aachen und Dresden jeweils ein Vorsymposium, um die Mitglieder der DDG über neue Entwicklungen im Bereich des Diabetischen Fußsyndroms zu unterrichten.
Unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG und der Diabetic Foot Study Group der EASD fand ein dreitägiger internationaler Postgraduate Course über das Diabetische Fußsyndrom in Rheine vom 24. bis 26.1.2003 statt, organisiert von Prof. Spraul und Dr. Reike. Die diesjährige Fortbildung hatte den Themenschwerpunkt „Interventionelle Methoden in der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms“. Mehr als 90 Ärzte, überwiegend Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, nahmen daran teil. Aufgrund der sehr positiven Resonanz wird diese Veranstaltung nun jährlich im Wechsel in Werl und Rheine stattfinden.
In verschiedenen Arbeitsgruppen bearbeiteten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft folgende Themen, deren Ergebnisse dann im Rahmen der Jahrestagung vorgestellt und diskutiert wurden.
1. Arbeitsgruppe Podologe / Fußpfleger DDG
Das Podologengesetz ist am 01.01.2002 in Kraft getreten. Die Ausbildung zum Podologen ( =medizinischer Fußpfleger ) ist nun bundeseinheitlich geregelt und besteht aus einer insgesamt 2-jährigen ganztägigen Ausbildung, die mit einem staatlichen Abschluss endet. Darüber hinaus bestehen Übergangsregelungen zum Ablegen der staatlichen Prüfung.
Mehrere Schulen in Deutschland bieten diese Berufsausbildung bereits an. Da das diabetische Fuß-Syndrom nach Meinung der AG noch nicht ausreichend in den Curricula der Podologenschulen gewürdigt ist, forderte die AG Diabetischer Fuß wiederholt die Integrierung des Curriculums Fußpfleger DDG in das bundeseinheitliche Podologen-Curriculum. Die Mitwirkung des Vorstandes bei den Anhörungen des Bundesgesundheitsministeriums war insoweit erfolgreich, dass in dem Curriculum zum Podologengesetz das diabetische Fußsyndrom als eigenständiger Unterrichtspunkt erwähnt ist. Es liegt aber weiterhin im Aufgabenbereich der einzelnen Schulen, wie viele Stunden und welche Inhalte zum diabetischen Fuß unterrichtet werden. Zur Qualitätssicherung der Ausbildung zum Podologen hat sich nun kürzlich eine Arbeitsgemeinschaft „Schulen für Podologie“ gebildet, an der sich bereits 15 Podologieschulen beteiligen. Innerhalb dieser Arbeitsgemeinschaft gibt es einen neugebildeten Arbeitskreis Diabetischer Fuß, um die oben geforderten Inhalte durchzusetzen (siehe auch Podologie Heft1/2003). Die Podologen werden in Zukunft vermehrt mit Diabetes mellitus konfrontiert werden und im interdisziplinären Fußambulanz-Team die Rolle des Fußpflegers einnehmen müssen. Bis zur geforderten Zertifizierung der einzelnen Podologenschulen durch die AG Fuß der DDG soll die Schulung zum Podologen DDG daher weiterhin von den bisherigen Zentren angeboten werden.
2. Arbeitsgruppe Fußdokumentation
Diese Arbeitsgruppe hat bei der AG-Jahrestagung 2002 einen einheitlichen „Fuß-Dokumentationsbogen der AG-Fuß in der DDG“ vorgestellt, der von der Mitgliederversammlung verabschiedet und den Mitgliedern zur Nutzung vorgeschlagen wurde. Der Bogen basiert inhaltlich auf dem „International Consensus on the Diabetic Foot“ (1999), dabei insbesondere den „Practical Guidelines“. Der Bogen berücksichtigt gleichzeitig inhaltliche Vorgaben der Rechtsverordnung bezüglich der DMP. Er wird neben inhaltlichen, auf wissenschaftlicher Evidenz basierenden Vorgaben, auch den wesentlichen gesundheitspolitischen Vorgaben gerecht. Zudem kann er als Kommunikationsinstrument zwischen Behandlungsinstitutionen zur eindeutigen inhaltlichen Dokumentation und zur Vermeidung von Doppeluntersuchungen dienen. Vervollständigt wird der Bogen durch ein Addendum zur eindeutigen Begriffsdefinition und als Praxisleitlinie für einige der dargestellten Untersuchungen.
In Fortführung des Strukturqualitätsinstrumentes „Dokumentationsbogen“ sind den Mitgliedern der AG die von den ADDK-Kliniken entwickelten und nunmehr leicht modifizierten „Flussdiagramme“ für Patienten mit und ohne offene Fußläsion als Hilfsmittel zur Prozessdokumentation und zur Sicherung der Prozessqualität ebenfalls vorgestellt worden. Sie basieren inhaltlich ebenfalls auf den erwähnten Consensus Guidelines. Über ihre Kompatibilität zur Wirklichkeit und Praktikabilität im Alltag wird bei der nächsten Mitgliederversammlung der AG im März diesen Jahres diskutiert. Wir gehen davon aus, dass bei der Versammlung eine aktualisierte und vielleicht spezifischere Version, die derzeit in der Entwicklung ist, als für die Mitglieder verbindlicher Prozessstandard verabschiedet werden wird (siehe Homepage der AG).
3. Arbeitsgruppe Qualitätsstandards
Ein weiterer wesentlicher Tagesordnungspunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung der AG-Fuß wird die Diskussion der im vergangenen Jahr von einer weiteren Arbeitsgruppe unserer AG entworfenen und für die Mitglieder zur Diskussion gestellten „Qualitätsstandards für ambulante und stationäre Fußbehandlungseinrichtungen“ (siehe Homepage) sein. Die derzeit vorliegenden Vorschläge beinhalten neben konkreten Vorgaben zur Struktur (Personal, Ausstattung etc.) auch Vorgaben zu Behandlungsprozessen und strukturierte Vorgaben zur Erfassung von klar definierten Markern von Ergebnisqualität. Dazu kommen Module eines komplexen Qualitätsmanagements, die als Anforderung für „geeignete“, um die Formulierung des Gesetzgebers zu übernehmen, Fußbehandlungseinrichtungen gestellt werden müssen. Wir denken, dass wir damit als Arbeitsgemeinschaft unserer Fachgesellschaft den Vorgaben des Gesetzgebers genüge getan haben, indem wir inhaltliche Vorgaben zu den formalen Bedingungen definieren.
In diesem Zusammenhang haben wir den Vorstand der DDG gebeten, daraufhin zu wirken, dass aufgrund der politischen Rahmenbedingungen, insbesondere im Kontext der Rechtsverordnung zum RSA seitens der DDG in Ergänzung zu den „Qualitätsstandards zur Anerkennung einer Behandlungseinrichtung für Typ 1 und Typ 2 Diabetiker“ ein isolierter Qualitätsstandard zur Anerkennung als Fußbehandlungseinrichtung für Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom definiert werden muss, der auch den Fußbehandlungseinrichtungen gerecht wird, die eine komplexe Anerkennung für die Behandlung „aller Diabetiker“ weder anstreben noch anstreben können.
4. Arbeitsgruppe DRG-Kodierrichtlinien für das diabetische Fußsyndrom
Thema einer weiteren Arbeitsgruppe war die Erarbeitung von Kodierempfehlungen zum Diabetischen Fuß-Syndrom im Rahmen der Einführung der DRG´s für stationäre Behandlungseinrichtungen, die eine möglichst einheitliche und sachgerechte Kodierung durch die Mitglieder der AG-Fuß gewährleisten soll. Die Kodierrichtlinien sind auf der Homepage der AG einsehbar, und neuere Entwicklungen werden bei der kommenden Jahrestagung diskutiert werden.
Auf der letztjährigen Mitgliederversammlung am 1.3.2002 wurde die oben dargelegten Themen vom Vorstand und den einzelnen Arbeitsgruppen vorgestellt. Es erfolgte in der Mitgliederversammlung ein einstimmiger Beschluss zur Umwandlung der AG Diabetischer Fuß in der DDG in den Verein AG Diabetischer Fuß in der DDG e.V.. Diese Umwandlung konnte zwischenzeitlich abgeschlossen werden. Die Gemeinnützigkeit des Vereins wurde inzwischen vom Finanzamt Radolfzell festgestellt.
Die Vorstands-Neuwahl für die Amtsperiode 2002-2004 bestätigte die bisherigen Vorstandsmitglieder ohne Gegenkandidaten in ihren Ämtern: Prof. Dr. M. Spraul, Rheine, 1. Sprecher; Dr. T. Fährenkämper, Lünen und Dr. E. Rischbieter, Kamen, 2. Sprecher; Dr. B. Born, Reutlingen Schriftführerin; Dr. W.R. Klare, Radolfzell, Kassenwart.
Der zweite Tag der Jahrestagung 2002 bestand aus wissenschaftlichem Programm und Arbeitsgruppen: Vortrag von Frau Dr. Rink-Brühne, Bochum: Präventive Knochenchirurgie bei Diabetikern mit anschließender heftiger Diskussion. Vorstellung der DRG-Kodierempfehlungen der AG Fuß für das Diabetische Fußsyndrom (Dr. E. Rischbieter, Kamen). Darstellung des erarbeiteten Vorschlages zu den Qualitätsstandards für ambulante und stationäre Behandlungseinrichtungen zur Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms (Dr. H. Reike, Werl). Präsentation und ausführliche Diskussion der eingereichten Abstracts ( Moderation Prof. Dr. E. Chantelau, Düsseldorf). Am Nachmittag erfolgten dann Tagungen von Arbeitsgruppen: Podologe DDG (Dr. B. Born, Reutlingen, Prof. Dr. M. Spraul, Rheine); Wundauflagen und Bioengineering (Dr. H. Reike, Werl, Dr. S. Morbach, Soest). Standardisierte Fußdokumentation (Dr. K. Zink, Bad Mergentheim, Dr. P. Minartz, Bad Oeyenhausen, Dr. E. Rischbieter, Kamen). Die Vorstellung der Ergebnisse erfolgte im abschließenden Plenum.
Die nächste Jahrestagung findet vom 7. bis 8. März 2003 in Aachen statt. Gastgeberin ist Frau Dr. Hoff aus dem Universitätsklinikum Aachen. Themen der Tagung sind insbesondere die Qualitätsstandards für ambulante und stationäre Fußbehandlungseinrichtungen sowie DRG-Kodierung. Wissenschaftliche Vorträge zur Praktischen Podologie (Ali Foster, London), und zur Orthopädietechnischen Versorgung des akuten und chronischen Charcot-Fusses (E.A. Chantelau, Düsseldorf und H.Perick, Bad Bentheim) sowie aktuelle Abtracts werden am 8.3.2003 vorgetragen werden. Das Programm und die Anmeldung sind auf der Homepage der AG verfügbar.
gez.
Prof. Dr. M. Spraul
| Weiterempfehlen |



www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de


