z.Zt.152 Mitglieder
Board:
Innere Medizin/Diabetologie:
Dr.med.Helmut Kleinwechter, Kiel (Sprecher)
E-mail: arzt@diabetologikum-kiel.de
Dr.med. Marianne Sorger, Bonn
Gynäkologie/Geburtshilfe
Priv.-Doz.Dr.med. Ute Schäfer-Graf, Berlin (Sprecherin)
E-mail: ute.schaefer-graf@vivantes.de
Prof.Dr.med. Franz Kainer, München
Pädiatrie/Neoanatologie
Dr.med.Barbara Linse, Leipzig
Dr.med.Karl Schunck, Berlin
Arbeit der vergangenen 12 Monate:
- Die umfangreichen Arbeiten an den evidenzbasierten Leitlinien zu “Diabetes und Schwangerschaft” wurden inzwischen zu Ende geführt. Das abschließende Arbeitstreffen der Experten, von denen vier aus dem Board der Arbeitsgemeinschaft stammen, fand am 27. November 2006 in Berlin-Friedrichshain bei Prof. Reiher statt. Die Arbeiten zur der Version „Praxisleitlinie“ wurden abgeschlossen, diese konnte im Update-Heft der DDG in „Diabetologie und Stoffwechsel“ rechtzeitig zur Jahrestagung in Hamburg zum Mai 2007 gedruckt werden. Die ersten Reaktionen sind außerordentlich positiv, insbesondere zu der Handlungsliste, welche durch einen Insulinhersteller (ohne unser Zutun) in laminierter Form bereits in großer Zahl verbreitet wurde. Die Leitlinie berücksichtigt in dieser Version nur den präkonzeptionell bereits bekannten Typ 1 und Typ 2 Diabetes. Der Entwurf der Version „Evidenzbasierte Leitlinie“ steht seit September zur Einsicht und Kommentierung im Internetportal der DDG. Weiterhin wurde eine „Patientinnen-Version“ fertiggestellt, die in den nächsten Tagen ebenfalls als Diskussionsentwurf über die Homepage der DDG verbreitet wird. Gleichzeitig wurde die Leitlinie den zuständigen Gremien der Dt. Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zur Diskussion vorgelegt. Der Gestationsdiabetes wird erst nach Publikation von Ergebnissen der HAPO-Studie angefügt, Ende dieses Jahres sind zwei hochrangige Publikationen vorgesehen. Auf der 6. Internationalen Workshop-Konferenz, die in im Juni 2008 in Los Angeles vorgesehen ist, werden auf der Basis der HAPO-Ergebnisse neue international einheitliche Grenzwerte für den OGTT in der Schwangerschaft festgelegt werden.
- Register Schwangerschaften bei Typ-2 Diabetes mellitus. Zum 31.Dezember 2006 wurde die prospektive Datenerhebung zu Typ 2 Diabetes und Schwangerschaft – www.dm2s.de – mangels Beteiligung eingestellt. Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Aber von Mai bis Dezember 2006 wurden nur zwei neue Fälle angemeldet. Damit standen Kosten und Nutzen nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis. Wir werden uns dafür einsetzen, dass für die Dokumentation von Schwangerschaften mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes strukturierte Dokumentationsbögen als PDF-Datei zur Verfügung gestellt werden, die dann an eine noch zu benennende zentrale Stelle verschickt werden können. Wir danken den Herren Reiher/Berlin, Tamm/Osnabrück und Hartmann/Berlin für ihren überaus großen und zeitintensiven Einsatz und bedauern, dass dieses wichtige Projekt ihrer Arbeit nicht die erhofften Früchte gebracht hat.
- Der Unterausschuss „Familienplanung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses Ärzte und Krankenkassen (GB-A) hat die Beratungen zur Aufnahme eines GDM-Screenings in die Mutterschaftsrichtlinien fortgeführt und – wie bereits bekannt – ist unser Board-Mitglied Ute Schäfer-Graf als Sachverständige in den Unterausschuss berufen worden. Diese Tätigkeit verpflichtet sie zur Verschwiegenheit, so daß zum Stand der Arbeit nichts berichtet werden kann. Öffentlich bekannt ist, dass der GB-A das IQWiG beauftragt hat, das Screening auf GDM nach evidenzbasierten Kriterien zu beurteilen (einsehbar über die Homepage des IQWiG). Die vorläufige Version des Berichtsplans zum „Screening auf Gestationsdiabetes“ wurde dem DDG-Vorstand zugestellt und liegt dem Board vor. Interessierte Mitglieder können den Berichtsplan beim Sprecher anfordern.
- Auf der Jahrestagung der DDG im Mai in Hamburg konnten wir gut besuchte Veranstaltungen ausrichten. Das traditionelle Vorsymposium am Donnerstagmorgen wurde zu den Themen fetale Ultraschalldiagnostik bei diabetischen Schwangeren, Plazenta und dem Stand der Schwangerenversorgung in der Schweiz und Österreich ausgerichtet. Die interdisziplinäre, zweistündige Meet-The-Expert-Sitzung zu problematischen Fallentscheidungen am Freitag Nachmittag war hoffnungslos überfüllt, sodass die Power Point Folien und die Diskussion zusätzlich in einen Nachbarsaal übertragen wurden. Zu dieser lebhaften Veranstaltung mit den Moderatoren Prof. Dreyer/Hamburg als Diabetologe und Prof. Hackeloer/Hamburg als Pränataldiagnostiker gab es zahlreiche, positive Rückmeldungen dahingehend, so etwas unbedingt bei der nächsten DDG-Tagung zu wiederholen. Ebenso wünschte eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen die Fall-Folien zur Diskussion in ihren Qualitätszirkeln vor Ort. Wir denken, dass dies ein Votum der DDG-Kongress-Besucher war, diesen Veranstaltungstyp bald zu wiederholen, natürlich mit neuen Fällen.
- Auf der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft wurde Prof.Horst Reiher/Berlin-Friedrichshain aus dem Board verabschiedet. Herr Reiher gehörte dem Board seit Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Schwangerschaft“ Anfang der neunziger Jahre an und er hat durch seine Art, wissenschaftliche Ergebnisse realistisch einzuschätzen, seine umfangreiche praktische Erfahrung als Geburtsmediziner und seinen regelmäßig aufblitzenden, trockenen Humor unsere Arbeit entscheidend geprägt und gefördert. Als Nachfolger konnten wir Prof.Franz Kainer/LMU München gewinnen, der das dortige Perinatalzentrum leitet. Er wurde ohne Gegenstimmen von den Mitgliedern der AG gewählt.
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