Die AG „Diabetes und Migranten“ blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Ein wichtiges Ereignis war sicherlich das Symposium in Berlin, bei dem einige Ergebnisse unserer Arbeit vorgestellt wurden.
Heidrun Schmidt-Schmiedebach, Projektbeauftragte der DDU berichtete über die Institution „Insulin zum Leben“. Die Einrichtung sammelt noch 3 Monate haltbare Insuline und Testmaterialien für Afrika und andere Länder. Ihr Projekt ist dringend auf Geldspenden angewiesen, damit die gesammelten Materialien auch aus ihrem Lager in Raststatt verschickt werden können.
Herr Dr. Kalvelage berichtete über die neu aufgestellten Empfehlungen zur Behandlung von Migranten mit Diabetes mellitus. Diese Empfehlungen liegen derzeit dem Vorstand der DDG zur Prüfung vor. Sobald ein positives Votum dieses Gremiums vorliegt, werden die Empfehlungen veröffentlicht werden. Die Empfehlungen stellen ein pragmatisches Konzept dar, entstanden aus den Erfahrungen diabetologisch Tätiger mit an Diabetes mellitus erkrankten Migranten.
Aus der Arbeitsgruppe Schulungsmaterial berichtete Dr. Parmakerli-Czemmel über die Entwicklung eines Bewertungs-Scores für Schulungs- und Informationsmaterial für Migranten. Es sind in Deutschland eine Reihe von Schriften und Schulungsprogrammen auf dem Markt, die sich speziell an Migranten mit Diabetes richten. Um in dieser Fülle eine sinnvolle Auswahl treffen zu können, sind diese Kriterien entwickelt worden. Nützlich sind sie auch bei der Erstellung von neuem Material. Eine Stellungnahme der DDG steht noch aus.
Ein weiteres Projekt wurde von der Arbeitsgruppe Schulungsmaterial begonnen. In einer Studie will die Arbeitsgruppe den Schulungserfolg einer Diabetikerschulung bei türkischen und deutschen Patienten vergleichen. Mittels einer Befragung sollen mögliche Einflussfaktoren auf den Schulungserfolg ermittelt werden.
In Berlin fand im Oktober diesen Jahres der erste deutsch- türkische Medizinkongress statt. Unsere Mitglieder vor Ort konnten Kontakt mit dem Veranstalter und dem Verein türkischer Ärzte in Berlin knüpfen. Zu den Themen Gesundheitspolitik und Schulung von Migranten wurde für den Kongress im nächsten Jahr eine aktive Teilnahme in Form von Vorträgen vereinbart. Ein Netzwerk für Schulungen unter Einbeziehung einer großen in Berlin existierenden Selbsthilfegruppe soll erreicht werden.
Viele der Aktivitäten der AG finden lokal im jeweiligen Arbeitsbereich der Mitglieder statt und können im Einzelnen nicht aufgeführt werden. Beispielhaft soll hier der 3. Tag der Allgemeinmedizin der Universität Heidelberg erwähnt werden, bei dem Dr. Parmakerli-Czemmel einen Workshop zum Thema „Ausländische Patienten“ leitete. In diesem Zusammenhang ist es für uns auch erfreulich zu berichten, dass unsere Mitgliederzahl zwar langsam aber stetig steigt, so dass für die Zukunft mit vermehrten Aktivitäten auf dem Gebiet der Behandlung von Migranten mit Diabetes zu rechnen ist.
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