Die Leitlinien der DDG

Die Prävalenz des Diabetes mellitus hat epidemische Ausmaße angenommen und steigt weiter an. Die Erkrankung wirft erhebliche klinische und sozialmedizinische Probleme auf. Vor allem kann der Diabetes das Leben jedes einzelnen betroffenen Menschen in gravierender Weise beeinflussen. Obwohl in umschriebenen Bereichen und Institutionen große Erfolge zu verzeichnen sind, ergibt sich für die eingehende Analyse der Ist-Situation eine große Variationsbreite der Versorgungsqualität der von Diabetes mellitus Betroffenen. Ebenso vielfältig, nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Qualität des methodischen Ansatzes, ist die Qualität der im deutschsprachigen Raum verfügbaren Leitfäden zu Diabetes mellitus.

Die DDG hat sich daher zum Ziel gesetzt, unter Bündelung aller verfügbaren Kräfte einen nationalen Ansatz zur Sicherung und Verbesserung der Versorgungsqualität in der Diabetologie mit diesen evidenzbasierten Konsensus-Leitlinien zu schaffen. Sie sollen eine Orientierungshilfe sein bei der Definition des Notwendigen und Überflüssigen in der Versorgung von Diabetikern. Die Leitlinien unterstützen damit die Umsetzung der im Gesundheitsstrukturgesetz 2000 verankerten Richtlinien, nach denen der Nutzen, die Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen müssen. 

Bei den Diabetes-Leitlinien der DDG handelt es sich um ein durchgehendes, integriertes System, bei dem neben den wissenschaftlichen Evidenzbasierten Leitlinien auch entsprechende Praxisempfehlungen und -leitlinien sowie Patientenversionen dieser Leitlinien entwickelt werden. Das Ziel ist letztlich eine inhaltlich einheitliche Vermittlung der Kernaussagen für die Diagnostik, Klassifikation, Prophylaxe, Therapie, Therapiekontrollen und Langzeitbetreuung des Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen.

Das Leitlinienprogramm der DDG umfasst: 

  • die Erstellung evidenzbasierter Diabetes-Leitlinien (Expertenversion) in Alleinregie oder als Partner im Programm der Nationalen Versorgungsleitlinien 
  • die Erstellung von Praxis-Empfehlungen auf Basis der evidenzbasierten Leitlinien 
  • eine Patientenversion der Leitlinien

Die Leitlinien wurden von der DDG unabhängig von Interessengruppen erstellt. Sie werden finanziert mit Mitteln der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Alle Experten arbeiteten ehrenamtlich und haben keine Honorare bezogen. Reisekosten und Sekretariatskosten wurden nach den Richtlinien der DDG in Anlehnung an die im Hochschulbereich üblichen Richtlinien erstattet. 

Die Verantwortlichkeit für diese Leitlinien liegt bei der DDG, vertreten durch ihren Präsidenten PD. Dr. med. Erhard Siegel und durch Frau Prof. Dr. med. Monika Kellerer (Leitliniebeauftragte des Vorstandes der DDG).

Hier erfahren Sie mehr über die Methodik und Finanzierung der Leitlinienerstellung.