Grusswort des Vorstandsvorsitzenden diabetesDE

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Besucherinnen und Besucher der 45. DDG-Jahrestagung,
selten war ein Kongressmotto passender als das von Kongresspräsident Professor Nauck für die Jahrestagung in Stuttgart gewählte: »Diabetestherapie in Bewegung«. Denn nicht nur die Therapie ist in Bewegung, sondern die gesamte Diabetologie. Wie wichtig Bewegung für Gesundheit, Lebensqualität, Prävention und Verlauf von Krankheiten wie Diabetes ist, wissen wir als Diabetologen nur zu gut. Oft genug erleben wir jedoch, wie schwierig es ist, Menschen zu motivieren, sich zu bewegen.
Was für den Einzelnen gilt, gilt auch für Gesellschaften, Organisationen und Systeme. Denn sich bewegen bedeutet zunächst aufbrechen – etwas verlassen oder verändern, das uns vertraut ist. Das ist manchmal lästig. Gelingen kann es nur, wenn das Ziel, dass sich durch die Veränderung erreichen lässt, besser ist als der aktuelle Zustand. An diesem Punkt stand die deutsche Diabetologie vor einigen Jahren: Gut etabliert, hat sie viel in der medizinischen Versorgung von Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 erreicht. Doch angesichts der wachsenden Zahl der Betroffenen war das nicht genug. Oft genug spüren wir die Grenzen, die uns insbesondere die Politik, aber auch die ökonomischen Verhältnisse aufzwingen.
Die Diabetologie hat es geschafft, sich in Bewegung zu setzen – Ärzte, Wissenschaftler, Diabetesberater und Patienten haben sich in den letzten Monaten wie selten zuvor aufeinander zu bewegt. Ein wichtiger Schritt ist die enge Kooperation, die diabetesDE und der Deutsche Diabetiker Bund zu Beginn des Jahres vereinbart haben. Ein weiterer wichtiger Schritt wird es sein, mit den Hausärzten eine gemeinsame Basis für die Behandlung unserer Patienten zu finden. Das wird eine neue Qualität in die Versorgung von Menschen mit Diabetes bringen, die derzeit noch fehlt. Sie schafft die Voraussetzung für einen nationalen Diabetes-Plan, den wir auch in Deutschland dringend benötigen.
Wie viel in der deutschen Diabetologie in den letzten Monaten in Bewegung gekommen ist, wollen wir Ihnen auch bei der DDG-Jahrestagung in Stuttgart in einem speziellen diabetesDE-Symposium vorstellen. Am Donnerstag, den 13. Mai werden die einzelnen Ressortverantwortlichen von diabetesDE aufzeigen, was seit der letzten Jahrestagung in Leipzig passiert ist und welche Ziele als nächste zu erreichen sind. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, uns während der gesamten Kongresstage am Stand von diabetesDE in der Messehalle 4 (DF 01) zu besuchen.
Bewegen heißt verändern. Das bedeutet nicht, alles über Bord werfen, was bislang gut, richtig und wichtig war. Das bedeutet, die vorhandenen Stärken zu nutzen, um etwas noch Besseres zu entwickeln. In diesem Sinne tut Bewegung allen gut – auch der DDG und der deutschen Diabetologie.
Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Ihnen in Stuttgart
Ihr
Prof. Dr. med. Thomas Danne
Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
Vorstandsvorsitzender diabetesDE