Grusswort des Bundesgesundheitsministers

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren!
Mit vielen Millionen Betroffenen und einer erheblichen Dunkelziffer stellt Diabetes mellitus ein bedeutsames, gesundheitspolitisches und volkswirtschaftliches Problem in Deutschland dar. Mit seinem erhöhten Risiko für schwere Folgekrankheiten ist Diabetes mellitus eine große und rasant wachsende Herausforderung für unser Gesundheitssystem. Infolge der demographischen Veränderungen in unserer Gesellschaft, der steigenden Häufigkeit von Übergewicht schon im Kindes- und Jugendalter sowie »diabetes- begünstigenden« Lebensumständen muss von einer weiteren deutlichen Zunahme an Typ 2-Diabetes- Erkrankungen ausgegangen werden.
Durch eine gezielte und konsequente Ausschöpfung der verschiedenen Möglichkeiten zur Prävention von Risikofaktoren eines Diabetes mellitus Typ 2 lassen sich sowohl die Krankheitsinzidenz senken als auch der Verlauf der Erkrankung verbessern und die Gefahr von diabetischen Folgeerscheinungen entscheidend verringern. Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel als wichtigste Ursachen für einen Typ 2-Diabetes sind geeignete Angriffspunkte für wirksame und zielgerichtete Präventionsmaßnahmen.
Mit dem Nationalen Aktionsplan »INFORM – Deutschlands Initiative für eine gesunde Ernährung« verfolgt die Bundesregierung ressortübergreifend das Ziel, die Eigenverantwortung und das Gesundheitsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unser Lebensumfeld und unsere Lebensbedingungen so zu gestalten, dass die Menschen gesünder leben, Kinder gesünder aufwachsen und von einer höheren Lebensqualität und besseren Leistungsfähigkeit in Bildung, Beruf und Alltag profitieren können. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass diejenigen Krankheiten, die durch einen ungesunden Lebensstil mit einseitiger Ernährung und Bewegungsmangel mit verursacht werden, deutlich zurückgehen. Ich freue mich daher, dass auch hier in Stuttgart wichtige Aspekte eines gesunden Lebensstils im Rahmen der Diabetesprävention und -versorgung diskutiert werden.
Auch die Therapie des Diabetes mellitus einschließlich der schweren Folgeerkrankungen muss zielgerichtet weiterentwickelt werden. Der Forschung – einschließlich der Versorgungsforschung – kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Für bereits an Diabetes Erkrankte sind die nunmehr flächendeckend etablierten, strukturierten Behandlungsprogramme für Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 (Disease-Management- Programme) wichtige Bestandteile der Versorgung. Diese Programme sind an Leitlinien und der besten verfügbaren Evidenz ausgerichtet, strukturieren die Behandlungsabläufe auch über Sektorengrenzen hinweg und legen ein besonderes Augenmerk auf die aktive Beteiligung der Patientinnen und Patienten, beispielsweise durch Patientenschulung. Am Programm für Typ 2-Diabetes nehmen inzwischen mehr als 2,8 Millionen Patientinnen und Patienten teil.
Der Kampf gegen Diabetes ist auf vielen Ebenen zu führen. Vor diesem Hintergrund begrüße ich das breitgefächerte Programm der diesjährigen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft hier in Stuttgart. Ich bin zuversichtlich, dass die Jahrestagung an den Erfolg der vergangenen Jahre anknüpft. Ich wünsche Ihnen für die kommenden Tage interessante Vorträge, intensive Diskussionen und neue Erkenntnisse.
Dr. Philipp Rösler
Bundesgesundheitsminister